MTV European Music AwardsMit vollem Körpereinsatz gegen die Bedeutungslosigkeit

MTV European Music Awards? Klar, es gibt Preise, die mehr zählen im Popgeschäft. Aber wenige, bei denen die Teilnehmer enthusiastischer bei der Sache sind.

Zunächst zur wichtigsten Person des Abends. Nein nicht Justin Bieber. Der gewann bei den MTV European Music Awards zwar die meisten Preise, nämlich drei (Bester Song, Bester kanadischer Act, Größte Fans). Aber er war nicht da, um sie persönlich entgegenzunehmen - wie im Übrigen auch viele weitere Gewinner ihre Auszeichnungen in Abwesenheit verliehen bekamen. Irgendwie symptomatisch: Ein Musiksender, der nicht mehr so richtig was zählt, verleiht einen Musikpreis, der den Preisträgern herzlich egal ist. Aber MTV hat Erfahrung genug, um sich mit dem einzig wirksamen Mittel gegen die Bedeutungslosigkeit zu stemmen: möglichst viel Tamtam. Da kommt diese Dame ins Spiel: Moderatorin Bebe Rexha. Die kompensierte ihre mangelnde Breitenbekanntheit mit den Insignien wirklicher Popqueens - der Haarfarbe von Lady Gaga, einem Kleid, auf das Liza Minnelli neidisch wäre, und der Theatralik von Mariah Carey.

Bild: AP 7. November 2016, 10:392016-11-07 10:39:15 © SZ.de/jobr/jana