MTV European Music Awards:Mit vollem Körpereinsatz gegen die Bedeutungslosigkeit

MTV European Music Awards? Klar, es gibt Preise, die mehr zählen im Popgeschäft. Aber wenige, bei denen die Teilnehmer enthusiastischer bei der Sache sind.

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Zunächst zur wichtigsten Person des Abends. Nein nicht Justin Bieber. Der gewann bei den MTV European Music Awards zwar die meisten Preise, nämlich drei (Bester Song, Bester kanadischer Act, Größte Fans). Aber er war nicht da, um sie persönlich entgegenzunehmen - wie im Übrigen auch viele weitere Gewinner ihre Auszeichnungen in Abwesenheit verliehen bekamen. Irgendwie symptomatisch: Ein Musiksender, der nicht mehr so richtig was zählt, verleiht einen Musikpreis, der den Preisträgern herzlich egal ist. Aber MTV hat Erfahrung genug, um sich mit dem einzig wirksamen Mittel gegen die Bedeutungslosigkeit zu stemmen: möglichst viel Tamtam. Da kommt diese Dame ins Spiel: Moderatorin Bebe Rexha. Die kompensierte ihre mangelnde Breitenbekanntheit mit den Insignien wirklicher Popqueens - der Haarfarbe von Lady Gaga, einem Kleid, auf das Liza Minnelli neidisch wäre, und der Theatralik von Mariah Carey.

MTV European Music Awards

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Außerdem beeindruckte die amerikanische Sängerin albanischer Abstammung auf der Bühne in Rotterdam (mehr Internationalität geht ja wohl kaum!) mit vollem Körpereinsatz. Geschenkt, dass auch das eine Art Wiedergutmachung am Publikum darstellte: Denn auch die Songs von Bebe kennt man nicht so wirklich. Nominiert war sie trotzdem, in den Kategorien "Bester Newcomer" und "Bester Look" - es gewannen jeweils andere (namentlich: Zara Larsson und Lady Gaga).

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Ganz anders sieht es in Sachen Bekanntheit bei Idris Elba aus. Der wird immerhin als erster schwarzer James Bond gehandelt. Leider ist er hauptberuflich Schauspieler, nicht Musiker, deshalb musste er die Bühne nach seiner Laudation wieder freimachen. Beispielsweise für ...

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... OneRepublic - jetzt aber, eine Band mit Namen! Die Amerikaner (größter Hit: "Apologize") wissen natürlich, was es für einen sauberen Auftritt braucht: ordentlich Wasser.

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Wer auf dem roten Teppich in Rotterdam befürchten musste, von den anwesenden Beobachtern erst mal gegoogelt zu werden, versuchte, optisch einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Man will schließlich nicht, als XY in die Annalen der 23. MTV European Music Awards eingehen! Diese junge Künstlerin aus Großbritannien im Miss-Piggy-meets-ABBA-Crossover-Look hört im Übrigen auf den Namen Charli XCX.

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In einem Eh-schon-wurscht-Outfit kam Sänger Bruno Mars auf die Bühne. Aber gut, der US-Amerikaner war nicht nominiert - und als vierfacher Grammy-Gewinner fällt es vermutlich schwer, die Stiefschwester eines auch schon wenig prestigeträchtigen Wettbewerbs (MTV American Music Awards) ernstzunehmen.

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Spaß machte die Verleihung den Anwesenden augenscheinlich trotzdem. Billie Joe Armstrong von Green Day brüllte sich die Seele aus dem Leib - in dem guten Gewissen, dass Misstöne wunderbar bedeutungslos sind, wenn ohnehin kaum jemand zuschaut. Schade eigentlich.

© SZ.de/jobr/jana
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