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Comiczeichner:Cartoon-Legende Mordillo ist tot

Guillermo Mordillo 2015 im Karikatur-Museum in Krems (Österreich)

Guillermo Mordillo im Jahr 2015 während einer Ausstellung im Karikatur-Museum in Krems.

(Foto: Herbert Pfarrhofer/dpa)
  • Wie seine Agentur am Montag bestätigte, starb Guillermo Mordillo im Alter von 86 Jahren.
  • Berühmt war der Cartoonist vor allem für seine knollennasigen Figuren.
  • Die weitestgehend ungeschlechtlichen Wesen lebten von einer universellen Bildsprache, die international verstanden wurde und in Europa, Asien oder Afrika gleichermaßen funktionierte.

Der argentinische Comiczeichner Guillermo Mordillo ist tot. Wie seine Agentur am Montag bestätigte, ist der beliebte Comiczeichner im Alter von 86 Jahren gestorben. "Es ist leider wahr. Das hat die Familie uns mitgeteilt", sagte eine Sprecherin. Zuerst hatte die Zeitung El Pais berichtet. Berühmt war der Cartoonist vor allem für seine knollennasigen Figuren.

Mordillo wurde am 4. August 1932 als Sohn spanischer Emigranten im Stadtteil Villa Pueyrredón in Buenos Aires geboren und fing früh mit dem Zeichnen an. Die Journalistenschule, die er besucht hatte, schloss er mit einem Diplom in Design ab. 1950 begann er damit, Kinderbücher zu illustrieren, 1955 wurde er Art Director bei einer internationalen Werbeagentur in Lima.

Seine glubschäugigen, knollennasigen Männlein und Weiblein, die später zu seinem Markenzeichen werden sollten, tauchten zuerst auf Grußkarten auf, die er in dieser Zeit zu zeichnen begann.

1960 ging Mordillo für drei Jahre nach New York, wo er in den Paramount-Trickfilmstudios arbeitete. 1963 zog er schließlich - Berichten zufolge mit nur 150 Dollar in der Tasche und ohne die geringsten Französischkenntnisse - nach Paris, wo er die folgenden 17 Jahre leben und arbeiten sollte.

Während er dort bei einem Verlag arbeitete, entwickelte er die Idee, seine Zeichnungen in Zeitungscartoons zu verarbeiten. Nach drei Jahren Verlagstätigkeit bot er 1966 seine Bildergeschichten verschiedenen Zeitschriften an, Paris Match und Lui druckten die Arbeiten schließlich. Seine Cartoon-Sammlung "Das Piratenschiff" brachte ihm Anfang der Siebzigerjahre auch den Durchbruch auf dem Buchmarkt - und gab damit den Startschuss für eine regelrechte Mordillo-Industrie aus Büchern, Trickfilmen, Postern, Bildkarten, Puzzles, Kalendern, Schreibwaren, Spielkarten, T-Shirts und Plüschtieren.

Mordillo wird 85

Ein vom Humor-Museum Buenos Aires zur Verfügung gestelltes Bild zeigt einen Cartoon des argentinischen Zeichners Guillermo Mordillo.

(Foto: Guillermo Mordillo/Museo del Humor/dpa)

Dabei kam Mordillo zugute, dass seine weitestgehend ungeschlechtlichen Knollenwesen von einer offenbar universellen Bildsprache lebten, die international verstanden wurde und in Europa, Asien oder Afrika gleichermaßen funktionierte. Ebenso wie seine Themen seiner Bildgeschichten - die meistens von Abenteuer, Liebe, Einsamkeit und Zweisamkeit erzählten. In der naiven Zielstrebigkeit seiner Figuren scheint, allen gezeichneten Widrigkeiten zum Trotz, immer ein Hoffnungsschimmer durch.

© sz.de/biaz/fued

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