LiteraturMit Schampus durch alle Krisen

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 Gibt es überhaupt Probleme, die sich nicht mit einem Gläschen in Luft auflösen? Für die Romanheldin Amira nicht.
 Gibt es überhaupt Probleme, die sich nicht mit einem Gläschen in Luft auflösen? Für die Romanheldin Amira nicht. IMAGO

Zeit, dass sich auch die Literatur des Themas NS-Raubkunst annimmt. Gern auch mit dem Witz einer Mirna Funk. Ihr Roman „Balagan“ allerdings stolpert dann doch am Thema vorbei.

Von Ronen Steinke

Es ist ein eiskalter Abend in Berlin-Mitte, der Atem bildet Wölkchen, da huschen die jüdische Romanprotagonistin Amira und ein in sie verknallter Hipster-Rabbiner in die Wärme eines Lokals. Es gibt vietnamesische Nudelsuppe, Pho. „Die Suppe dampfte – wie kurz zuvor ihr Atem, wie die Schornsteine“, so beschreibt die Autorin diese Szene. „Jüdischer Alltag bestand aus einer Kette von Erinnerungssplittern – Bilder, Gerüche, Gesten, die sich aufdrängten und blieben. Bahnfahren. Asche. Dampf aus Schornsteinen. Dampf aus Mündern. Dampf aus Suppen. Kartoffeln. Kartoffelschalen. Brot. Brotkanten. Verschimmeltes Brot. Schüsseln. Kälte. Frost. Gestreifte Kleidung. Und jetzt: Kefijes, Intifada-Rufe, Wassermelonen. Amira sagte nichts. Tränen liefen ihr über die Wangen und fielen in die Suppe, wo sie kleine Kreise in der Brühe bildeten.“

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ExklusivNS-Raubkunst
:Alarmstufe Rot

Der SZ liegen interne Berichte vor, die nahelegen, dass sich in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen 200 NS-Raubkunstwerke befinden, unter anderem von Picasso und Klee. Die Nachfahren der meist jüdischen Besitzer werden bis heute im Dunkeln gelassen.

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