Wiener Festwochen:Das Theater macht der Realität den Prozess

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"Parallax" von Kornél Mundruczó und seiner Gruppe Proton. (Foto: Nurith Wagner-Strauss/Nurith Wagner-Strauss)

Milo Rau verordnet seinen Wiener Festwochen viel Politik. Die "Freie Republik Wien" wird ausgerufen und Kornél Mundruczó zeigt sein Holocaust-Stück "Parallax".

Von Egbert Tholl

Der Vordenker und Theatermacher Milo Rau liebt Prozesse. In Moskau stellte er den Prozess gegen die Gruppe "Pussy Riot" nach, bis die Behörden einschritten, in den "Zürcher Prozessen" klagte er die Wochenzeitung Weltwoche wegen Diffamierung von Minderheiten an, und im "Kongo-Tribunal" verhandelte er den Hintergrund des ruandischen Genozids. Drei inszenierte Verhandlungen, gespeist von der Realität, ausgestattet mit echten Zeugen. Nun leitet der Schweizer Milo Rau die Wiener Festwochen, und die einzige Überraschung wäre gewesen, es gäbe hier keinen Prozess. Es gibt deren aber drei.

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