Oper:Dieses Stück ist ein Mahnmal

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Vorne in der Mitte Charles Workman als Walter (im Dinnerjacket) und Sophie Koch als Lisa (im blauen Kleid). (Foto: Wilfried Hösl)

Tobias Kratzer inszeniert an der Bayerischen Staatsoper Mieczysław Weinbergs Auschwitz-Oper "Die Passagierin" und verlegt die Gräuel des Lagers ins Innere der Figuren.

Von Egbert Tholl

Kann man Auschwitz auf einer Opernbühne zeigen? David Pountney, damals Leiter der Bregenzer Festspiele, beantwortete die Frage mit einem klaren Ja, als er 2010 "Die Passagierin" von Mieczysław Weinberg herausbrachte. Es war die szenische Uraufführung des Werks, das 1968 fertig war, nie aufgeführt wurde und seine erste Realisation konzertant 2006 in Moskau erfuhr. Pountney stellte Auschwitz auf die Bühne, zeigte Häftlinge in gestreiften Anzügen, Öfen, Schienen, SS-Leute, er zeigte beklemmenden Naturalismus. Die Produktion wurde danach an vielen Orten gezeigt, eben erst erlebte sie ihre Premiere am Teatro Real in Madrid.

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