Wenn der Berliner Altphilologin Melanie Möller in ihrer Streitschrift „Der entmündigte Leser“ so richtig der Kamm schwillt, setzt sie auf rhetorische Fragen. Ob denn das „Weib“ bald zum W-Wort abgekürzt werde? Ob Dicke bald nur noch Dicke übersetzen dürften? Ob der Name „Klößchen“ bei „TKKG“ schon fatshaming sei? An einer Stelle des Buches scrollt sich die Professorin seitenlang durch die Empfehlungsliste für sensible Sprache auf der Homepage des Goethe-Instituts Peking, und schon an dieser Stelle will man von dem Buch eigentlich nur noch wissen, ob die Autorin womöglich mal jemanden zum Reden braucht.
Melanie Möllers „Der entmündigte Leser“ Krieg der Sternchen
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Ein Trauerspiel: Die Altphilologin Melanie Möller hat ein Traktat gegen Moralismus in der Literatur geschrieben – und macht alles nur noch schlimmer.
Von Felix Stephan
