Die Meinungsfreiheit ist nicht nur eines der höchsten Güter der Demokratie – sie ist auch eines der Güter mit dem de facto größten und gefühlt engsten Auslegungsspielraum. Ihre juristischen und moralischen Grenzen werden zurzeit immer wieder auf die Probe gestellt, auch versuchsweise ausgereizt. Die Meinungsfreiheit ist die Goldkante der Verfassung, und zugleich ist sie jedem erschwinglich. Sie gilt nicht nur für Menschen, die kluge Dinge sagen, sondern auch für die vielen Leute, die baren Unsinn von sich geben in Schrift, Wort und Bild. Und selbstverständlich wird die Meinungsfreiheit auch von Leuten beschworen und hysterisch für obsolet erklärt, die darunter eine Einladung zu alberner Rumbastelei mit altem Nazischrott verstehen und damit Ärger bekommen.
DebatteNicht witzig, nicht mutig
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Hitler-Witze und ironische Nazi-Zitate? Konnte nur einer wirklich gut: Charlie Chaplins Satire „Der große Diktator“ blieb dennoch in vielen Ländern lange verboten, kam etwa in Deutschland erst 1958 ins Kino.
Mary Evans/ImagoIntellektuelle, die mit Nazi- und Hitler-Vergleichen Ärger bekommen, sind nicht zwingend Helden der Meinungsfreiheit. Sie sollten lieber den eigenen Hang zum Krawall bekämpfen.
Essay von Hilmar Klute
