"Mein Kampf":Das absolut Böse lässt sich nicht neutralisieren

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FILE PHOTO: A copy of the book 'Hitler, Mein Kampf. A Critical Edition' is displayed prior to a news conference in Munich

Die sechste Auflage von "Hitler, Mein Kampf: Eine kritische Edition" soll Ende Januar erscheinen.

(Foto: REUTERS)

Vor einem Jahr erschien die kritische Ausgabe von Hitler Hetzschrift "Mein Kampf". Seitdem wurden 85 000 Exemplare verkauft. Doch die Herausgeber scheitern auf gefährliche Weise.

Von Jeremy Adler

Es ist ein Jahr her, seitdem "Mein Kampf" in Deutschland in einer neuen Ausgabe des Münchener Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) erschienen ist. Johanna Wanka, die Bundesministerin für Wissenschaft und Bildung, gab dem Werk staatliche Legitimation, da sie die Verwendung in Schulen gefordert hat. 85 000 Mal ist das Buch verkauft worden. Die sechste Auflage soll Ende Januar erscheinen. Zeit, eine Bilanz zu ziehen. Bedingung für den Neudruck war ein wissenschaftliches Format, was man - wie es im Titel heißt - eine "Kritische Ausgabe" nennt. Auf den ersten Blick lässt sich aber erkennen, dass es sich mitnichten um eine solche Edition handelt. Man hat die Manuskripte und eine wichtige Vorstufe, einen Aufsatz, ausgelassen, Vorlagen, die für eine "kritische Ausgabe" unabdingbar sind. Und man hat nicht einmal versucht, einen sogenannten "kritischen Text" zu erarbeiten, eine gute, gereinigte, womöglich definitive Fassung. Man druckt lediglich die jeweilig erste Edition der zwei Bände aus den Jahren 1925 und 1926 ab mit ausgewählten Varianten. Die als Standard geltende systematische Erarbeitung der Textgeschichte bleibt ebenfalls aus. Das wirkt dilettantisch, denn als wissenschaftliche Arbeit besitzt dieser Text kaum einen Wert.

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