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Maxim Biller über seine Mutter:Prager Depressionen

In Prag als Kind russisch-jüdischer Eltern geboren und in Hamburg aufgewachsen: Der Autor Maxim Biller in seiner Wohnung.

(Foto: Regina Schmeken)

Der Schriftsteller Maxim Biller findet, dass er nur fiktional über seine Mutter schreiben kann. Eine Kurzgeschichte

Am Abend, bevor Onkel Dima nach fast fünf Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde, ging mein Vater mit Natalia Gelernter ins "Café Slavia". Sie waren seit ihrer Trennung noch nie wirklich allein gewesen - das kurze, freundliche Gespräch auf der Treppe des Standesamtes in Smíchov, das sie im Winter 1958 bei Natalias und Dimas Hochzeit geführt hatten, hatte niemand mitbekommen -, und meine Mutter hatte es meinem Vater nur deshalb erlaubt, weil er ihr versprochen hatte, höchstens eine Stunde im "Slavia" zu bleiben.

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