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Über eine Siez-Freundschaft:Der höfliche Herr Biller

Im Corona-Sommer 2020 wurde Maxim Biller sechzig Jahre alt. Hier in seiner Wohnung in Berlin.

(Foto: Regina Schmeken)

Der Schriftsteller Maxim Biller gilt als scharf und polemisch. Unser Autor kennt ihn auch ganz anders. Erinnerung an ein Kennenlernen im Machtzentrum der alten BRD - mit Privatchauffeur, versteht sich.

Von Gustav Seibt

Maxim Biller ist einer der höflichsten Menschen, die ich kenne. Höflich im altmodischen Sinn von "gut erzogen": Einer, der bei jedem Telefonat, bei jedem Mittagessen oder auch beim gemeinsamen Spazierengehen darauf achtet, Rücksicht zu nehmen, den Vortritt zu lassen, bei der Anrede nicht den "Herrn" zu vergessen. Das geht gut zusammen mit der Meinungsfreudigkeit und polemischen Verve, die zu Billers Markenzeichen als Autor gehören. Auch die Leserinnen und Leser der SZ begegneten schon öfter dieser Verve (erinnert sei nur an die Debatten um Lisa Eckhart). Ebenso gut aber passt der Biller'sche Furor zur liebevollen Zartheit seiner autobiografischen Erzählungen, dem besten Teil seines Riesenwerks.

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