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Mauerfall I:Die Suchenden

30 Jahre nach dem Mauerfall dominieren bittere Bilanzen und schräge Tonlagen. Und sogar die alte "Unrechtsstaats"-Debatte feiert fröhliche Urständ. Drei Bücher zeigen exemplarisch, wie man DDR-Geschichte aufarbeiten kann - und wie lieber nicht.

Wie sehr sich die Stimmung im Lande doch verändert hat: 30 Jahre Wiedervereinigung - und vom Zauber des Anfangs scheint nicht mehr viel geblieben zu sein. Überall sorgenvolle Rückblicke und bittere Bilanzen. Natürlich: Nicht wenige, vor allem im Westen, haben lange die Augen vor den lebensgeschichtlichen Brüchen verschlossen, die mit der Transformation der einstigen DDR verbunden waren: den großen Arbeitsplatzverlusten, den harten, oft auch unfairen Wettbewerbsbedingungen marktwirtschaftlicher Gesellschaften, den schwierigen Kämpfen um Anerkennung und Würde der ostdeutschen Lebensleistung. Diese Jahre des Vereinigungsschocks sind nicht spurlos an den Menschen vorübergezogen, und sie sind noch lange nicht genügend erzählt - in ihren traurigen, aber auch in ihren hoffnungsfrohen Varianten. Dass sich nun die zutiefst westdeutsch geprägte AfD als Kreuzritter des Wiedervereinigungserbes aufspielt und sich ihre bräunlichen Kader an der Spitze der "Freiheitsbewegung" wähnen, ist der eigentliche Treppenwitz des Gedenkjahres 2019.

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