Es gab eine Zeit, sie ist noch nicht so lange her, da genoss ein Prager Gemüsehändler auch im Westen Deutschlands eine gewisse Popularität – zumindest, wenn es um den Osten ging. Kaum ein Redner, historisch einigermaßen beschlagener Journalist oder eine gut vorbereitete Moderatorin, in deren Beiträgen jener namenlos bleibende Mann fehlte, der seine Ladenfensterauslage mit einer Plakat-Losung drapiert hatte. Und da jene Losung „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“ lautete und es in der Auslage grau und mau aussah, ohne leuchtende Früchte des Südens, musste sich folglich das Geschehen in einer Vergangenheit abgespielt haben, die mit einem „glücklicherweise längst vergangen“ abgehakt werden konnte. Abgeklärt-milde wurde darüber informiert, dass die Entscheidung des Mannes, das absurde Parteiplakat aufzustellen, keineswegs läppisch gewesen war, sondern als verinnerlichtes Unterordnungsritual für die Fortdauer eines spättotalitären Regimes unverzichtbar – eines Regimes indessen, freundlicher Blick ins Publikum, das seit 1989 in Ostmitteleuropa längst Geschichte sei, weshalb nun auch „neue Herausforderungen auf uns warten“.
Politisches EngagementUnd in diesem Land wollt ihr leben?
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AfD, BSW und ihre publizistischen Geschütze in Berlin lehren: Dies wäre die Zeit für ein Engagement, das über die „Achtsamkeit“ des heute üblichen Aktivismus deutlich hinausgeht.
Gastbeitrag von Marko Martin
