Ein dreizehnjähriger Junge aus dem lettischen Riga kommt ins sowjetische Leningrad und wird dort zum Musiker ausgebildet. Stationen des Weiterstudierens: Wien, Salzburg, Berlin. Rückkehr nach Russland. Älter geworden geht er nach Oslo, London und Pittsburgh, landet schließlich, fast zeitgleich, in Amsterdam und München. Ein Reisemärchen, dessen Held seine fragilen Kräfte oft überfordert. Der Tod des 76-Jährigen erzeugt neben Trauer Ratlosigkeit: Dirigenten werden doch viel älter, Kreativität und Energie halten länger. Hat Jansons seine willensstarke Tatkraft despotisch gegen sich selbst gerichtet?
Zum Tod von Mariss Jansons:Die ganze Welt mit Klang umarmen
Mariss Jansons: "Eine starke Persönlichkeit ist etwas anderes als ein Diktator." Foto: Peter Meisel
(Foto: Peter Meisel)Kompromisslos folgte Mariss Jansons der Liebe zur Musik. Neben viel starkem Willen besaß der Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks eine weitere überwältigende Fähigkeit: Empathie.
Nachruf von Wolfgang Schreiber
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