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Marina-Abramović-Retrospektive in Bonn:Sie ist ihr eigenes Material

Die Bonner Bundeskunsthalle zeigt eine große Retrospektive der Performance-Künstlerin Marina Abramović. Sie selbst ist nicht zugegen.

Von Susan Vahabzadeh

Sobald man die Ausstellungsräume betritt, sieht man sie überall, und vor allem kann man sie hören, gleich mehrstimmig: Sie singt in der Ferne Volkslieder, man hört sie schreien in einer Videoinstallation, dazwischen das tackende Geräusch des Messers, das sie 1973 bei ihrer Performance "Rhythm 10" rasend schnell zwischen ihre Finger sausen ließ. Die große Retrospektive für die Performancekünstlerin Marina Abramović ist noch gar nicht eröffnet, es finden noch Proben statt, die selbst wirken wie ein großes Happening: Nackte stehen einander gegenüber, daneben sitzen junge Frauen auf Stühlen, bürsten sich die Haare und rufen "Art must be beautiful! The Artist must be beautiful!", während hinter ihnen das Video des Originals von 1975 mit der jungen Marina Abramović in einer Endlosschleife läuft. Während der Ausstellung "The Cleaner" in der Bundeskunsthalle in Bonn bürsten sie im Schichtbetrieb.

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