Nationaltheater Mannheim Wunderschön gespenstisch

Schwebende Unsicherheit des Sinns und eine beständig verschobene Narration zeichnen den "Usher"-Abend in Mannheim aus.

(Foto: Walter Mair)

Leider hat Claude Debussy nur eine Oper vollendet. In Mannheim zeigt jetzt die Regisseurin Anna Viebrock seine unvollendete Oper "Der Untergang des Hauses Usher" nach Edgar Allen Poe.

Von Ekaterina Kel

Will man es schaurig haben, aber nicht vollkommen düster, ist Claude Debussy der richtige Mann. Seine Musik hat etwas Wildwüchsiges, sie schreitet voran wie ein Irrender im Wald, der schon nach der nächsten Wendung die Augen aufreißt, um über ein wahrhaftes Wunder zu staunen. Dieses prozesshafte Verwandeln des Tons ist wie gemacht fürs Szenische, weil es sehr viel Interpretationsspielraum lässt. Debussys "Pelléas et Mélisande" ist trotzdem seine einzige vollendete Oper, leider. Die weitaus weniger bekannte Komposition "La Chute de la ...