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Manifest:Digitaler Humanismus

Von Andrian Kreye

Als die österreichischen Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit Kollegen aus ganz Europa und den USA vor einigen Wochen ihr "Wiener Manifest für einen digitalen Humanismus" veröffentlichten (informatik.tuwien.ac.at/dighum/index.php), war noch nicht abzusehen, dass die Federal Trade Commission der USA den Digitalkonzern Facebook zu einer Strafe von fünf Milliarden Dollar verdonnern würde. Grund: Die Plattform hatte die Privatsphäre von Millionen Nutzern verletzt. Das war nur eine der vielen Bestätigungen dafür, dass die digitale Welt einen Wertekanon und entsprechende Gesetzte braucht.

Das Wiener Manifest beginnt mit den Worten "Das System versagt" und listet dann elf Punkte auf, die bei der Entwicklung und beim Betreiben digitaler Technologie dringender Reformen bedürfen. Die Initiative geht ein paar Schritte weiter als ähnliche Veröffentlichungen der letzten Zeit. Die meisten beschäftigen sich mit künstlicher Intelligenz. Das Wiener Manifest fordert nicht nur die Technikwelt, sondern auch die Wissenschaften auf, sich auf den Humanismus und die Aufklärung zu besinnen.

© SZ vom 01.08.2019
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