Dort hängt auch dieses Bild von Michael Kirkham, das ein junges Paar bei Intimitäten auf einer Wiese zeigt. Typisch für den 1971 in Blackpool geborenen und in Berlin lebenden Künstler: Seine Malerei wirkt oft wie ein Foto-Negativ. Dadurch hat der Betrachter das Gefühl, eine reale Szene wie durch einen Filter wahrzunehmen. Ein weiteres Bild von ihm hängt ebenfalls in diesem abgetrennten Raum - weil es doch sehr explizit ist: Es zeigt im Großformat eine Art Büro-Orgie. Bei genauerer Betrachtung fällt allerdings auf, dass sechs Personen ohne Bezug zueinander mehr oder weniger einsamen Sex haben. Der Künstler experimentiert mit direkten und indirekten Wahrnehmungsebenen - bis man kaum noch weiß, ob es Menschen oder Maschinen sind, die diese Posen aus der Pornoindustrie übernommen haben.

Bild: Michael Kirkham/Pastoral, 2014 14. April 2014, 12:062014-04-14 12:06:20 © SZ.de/rus/mkoh/bavo