... stellt sich auch selbst so dar: verstümmelt, zerfleischt und in Bearbeitung. Das Selbstporträt von Alex Tennigkeit ist typisch für 1976 in Heilbronn geborenen Berlinerin. Sie verstört den Betrachter gerne - und belästigt ihn absichtlich konfrontativ mit existenziellen Themen wie Tod, Vergänglichkeit, Verderben, dazwischen immer wieder Schönheit.

In diesem Bild ist es die Malerin selbst, die auf dem Seziertisch zu liegen scheint, einen Flaschenzug in die Stirn gerammt. Der Tod scheint sie mit ihren eigenen Eingeweiden zu füttern, die von einer freundlich lächelnden jungen Frau untersucht werden, während eine Restauratorin vorsichtig ihre Brust inspiziert. Im Hintergrund absurde Skelette und eine Hyäne, die mit ihrer blutigen Schnauze genauso zwischen Leben und Tod zu schweben scheint wie die lebende Leiche der Künstlerin. Das Albtraum-Bild mit Namen "Cruelty - Anatomic Theatre" ist vor allem in Originalgröße so schwer zu verdauen, dass es im Haus am Lützowplatz in einem durch einen Vorhang abgetrennten Bereich hängt, den Kinder nicht betreten sollen.

Bild: Alex Tennigkeit/Cruelty (Anatomical Theatre), 2013/Courtesy Galerie Jette Rudolph, Berlin 14. April 2014, 12:062014-04-14 12:06:20 © SZ.de/rus/mkoh/bavo