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Männlichkeit und Gewalt:Männlicher Krieg - weiblicher Frieden?

American GIs and Vietnamese prostitutes during Vietnam War 1969

Vietnamkrieg, späte Sechzigerjahre: US-Soldaten nähern sich örtlichen Prostituierten in den Ruinen eines bombardierten Dorfes außerhalb von Saigon.

(Foto: Corbis via Getty Images)

Eine militärhistorische Ausstellung in Dresden kann zwar keine Antwort auf die Frage geben, warum Gewalt und Männlichkeit so oft so eng zusammengehören. Doch sie wirft die Frage auf, ob diese Verbindung notwendig ist.

Von Till Briegleb

Wer angelockt von einem Fragezeichen in das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden kommt, wird schnell mit Fakten eines Besseren belehrt. Der Untertitel der Ausstellung "Gewalt und Geschlecht" lautet "Männlicher Krieg - Weiblicher Frieden?" Und mit diesem Satzzeichen am Schluss wird natürlich der Eindruck erweckt, es gäbe etwas Grundlegendes zu korrigieren an einer der fest gefügtesten soziologischen Gewissheiten der Menschheitsgeschichte: dass der Mann in allen Gesellschaften für die Gewalt zuständig ist und die Frau für Empathie und Deeskalation. Aber die Statistik ist in diesem Fall doch ein ziemlich humorloser Spielverderber. Fast hundert Prozent der bisher aktiv am Krieg beteiligten Menschen sind männlich, ebenso hoch ist der Anteil bei Amokläufen, und auch bei Mord ist das Verhältnis 90 zu zehn, zu Ungunsten der Herren, versteht sich.

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