Liverpool feiert 50 Jahre Beatles Aus den Käfern soll Geld werden

Von einem Beatles-Wochenende bis hin zu einem Gedenkgottesdienst für John Lennon: Das Jahr 2012 steht in Liverpool ganz im Zeichen der Beatles. Die vielen Fans, die man zu den Feiern zum 50. Jubiläum der Band-Gründung erwartet, sollen der Stadt einen Geldregen bescheren, den sie dringend braucht.

Vor 50 Jahren brachten Paul McCartney, John Lennon, George Harrison und der damals erst kürlich neu dazugestoßene Schlagzeuger der Band, Ringo Starr, ihre erste Single "Love Me Do" heraus, die ganz oben in die britischen Charts einstieg. Die netten Jungs mit Pilzkopf-Frisur brachten Horden von Mädchen zum Ausrasten. Mit ihrem sauberen Image und ihren kommerziellen Texten, gepaart mit Beat-Klängen, wurden sie zu Weltstars - und zu Millionären. Nun, ein halbes Jahrhundert später, soll die "Beatlemania" auch ihrer Heimatstadt Liverpool einen Geldregen bescheren.

The Beatles 1956: Hier war die Wandlung von den Rockmusikern zu den niedlichen Pilzköpfen bereits vollzogen.

(Foto: ag.dpa)

Das Jahr 2012 steht in der Hafenstadt ganz im Zeichen der Beatles. Eigentlich trifft das in Liverpool ja ständig zu. Doch in diesem Jahr will die Stadt im Nordwesten Englands mit besonders vielen Beatles-Schwerpunkten aufwarten.

Als Gründungstermin der Band gilt der August 1962. Deswegen gibt es im August auch eine "Internationale Beatles-Woche" mit Erinnerungskonzerten, Vorträgen und die größten Beatles-Tagung der Welt geben.

Im Oktober steht ein "Love Me Do"-Wochenende an, im Dezember soll am 32. Jahrestag der Ermordung von John Lennon ein Gedenkgottesdienst stattfinden. Mit dem Programm für 2012 sollen Massen an Fans in die Stadt gelockt werden. Daneben warten noch allerhand andere Beatles-Specials auf die Besucher.

1988 öffnete das größte Beatles-Museum der Welt seine Tore - es nennt sich "The Beatles Story". Hier können sich die Besucher mittels Audioführer das ganze Jahr über "auf eine Reise in das Leben, die Zeit, die Kultur und die Musik der Beatles entführen lassen", wie es auf der Homepage heißt. Ein Besucher aus Japan ist von dem Museum begeistert: "Es war fabelhaft! Ein tolles Erlebnis für einen großen Fan", lautet sein der Kommentar zur Museums-Tour.

Wer noch mehr über die "Fab Four" erfahren möchte, kann sich für eine der Sightseeing-Touren, wie der "Magical Mystery Tour", anmelden. Ehemalige Wohnhäuser, Schulen und Colleges der Sänger stehen genauso auf dem Programm, wie eine Besichtigung von Paul McCartney alten Schlafzimmer.

Die Geburtshäuser von Paul McCartney und John Lennon stehen unter Denkmalschutz. Ringo Starrs Geburtshaus erregte in den letzten Jahren mehrfach Aufsehen. Die Stadt wollte das Haus Nummer 9 in der Madryn Street abreißen, was in letzter Minute verhindert werden konnte.

Die wilden Jahre in Hamburg

Besondere Aufmerksamkeit kommt auch den beiden Clubs "Casbah Coffee Club" und "The Cavern Club" zu. In dem Club, der 1982 von der britischen Punk Rock-Band "The Clash" in dem Song "Rock the Casbah" besungen wurde, traten die Teenager aus Liverpool erstmals auf. Damals noch unter dem Namen "The Quarrymen" und mit Stuart Sutcliffe am Bass.

Kurze Zeit darauf wurde die Band in "The Silver Beatles" umbenannt. Der Name ist aus den englischen Wörtern für Rhytmus (Beat) und Käfer (Beetle). 1961 gab sie ihr Debüt im "Cavern Club" in der Mathew Street, das schnell zu ihrem Stammlokal wurde. Hier wurde die Band auch 1962 zum ersten Mal von einem TV-Team gefilmt. Den Club gibt es heute noch.

Im selben Jahr verbrachten die Beatles auch noch sehr viele Wochen in Hamburg. Die Stadt, in der die vier ihre wildesten Jahre verbrachten. Als ihre erste Single in den Charts landete, hatten die Musiker aus Liverpool bereits eine große Wandlung vollzogen. Sowohl musikalisch als auch optisch.

Aus den Rockern, die sich ihre Nächte mit Drogen, Sex und Alkohol in zwielichtigen Clubs in St. Pauli um die Ohren schlugen, waren brave Jungs geworden. Harte Rock-Klänge waren kuschelweichen Beat-Melodien gewichen. Die berühmte Pilzkopf-Frisur gab dem biederen Image den Rest. Genau so will man auch in Liverpool die berühmtesten Söhne der Stadt in Erinnerung behalten.

"Wir sollten die Kraft der Beatles, Besucher nach Liverpool zu ziehen, nie unterschätzen, und diese Feiern, die sich über das ganze Jahr hinziehen, werden unserer öffentlichen Wirtschaft einen Aufschwung geben, den sie dringend braucht", meint Liverpools Verwaltungschef Joe Anderson optimistisch.