Little Simz war zuletzt tiefenverunsichert. Das ist seltsam, weil ihr bisher ja ein paar Geniestreiche gelungen sind, namentlich und in chronologischer Reihenfolge: „Grey Area“ (2019), „Sometimes I Might Be Introvert“ (2021), „No Thank You“ (2022). Ein sehr raubeiniges Stück Rap-Coolness, das erste. Ein Orchester-getragenes, aufwieglerisches, Gladiatorenkampf-eindringliches Album, das zweite. Reduzierter das dritte, schlanker, wohldosierter, ausgereifter. Aber dafür inhaltlich noch wütender. 2024 veröffentlichte sie dann noch eine kleine EP, mit der sie sich ein bisschen dem Electro öffnete. Aus der hätten weniger talentierte, nicht ganz so getriebene Künstler vermutlich zwei gute Alben gemacht.
RapWie man im Wahnsinn nicht verrottet
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Weil gerade viel gejammert wird, Musik sei nur noch gleichförmig und Algorithmus-optimiert: „Lotus“, das brillante neue Album von Rapperin Little Simz, zeigt die weiterhin gänzlich ungehemmte Kraft des Pop.
Von Jakob Biazza
