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Little Britain:Wie die Welt menschlicher wird

Unzufrieden mit der Gegenwart? Dann versuchen Sie doch auf eine Reise in die Vergangenheit zu gehen. Denn ob Nazis, Ahoi-Brause oder die Band "Kiss" - die ein oder andere Veränderung des 20. Jahrhunderts dürfte dem Lauf der Geschichte sicher nicht schaden.

Für Reisen in die Vergangenheit gilt, dass dort nichts verändert werden darf, weil sonst die Gegenwart durcheinandergerät. Das ist frustrierend, denn die eine oder andere Veränderung würde dem Lauf der Geschichte nicht schaden. Zwar sind wir laut Steven Pinker über die Jahrtausende immer friedlicher geworden, aber das 20. Jahrhundert ist an Abscheulichkeiten doch auffallend reich.

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Die unselige US-Rockband Kiss mit Ace Frehley (dritter von links): Unseliger Versuch, durch die Zeit zu reisen. 

(Foto: REUTERS)

Ich weiß nicht, ob auf dem Weg zum G-8-Abitur noch Zeit ist, das alles durchzunehmen, weshalb den sogenannten jungen Leuten unter den Lesern empfohlen sei, mal Nazis, Weltkriege, die "Rock-Band" Kiss sowie Ahoi-Brause (Waldmeister) zu googlen. Man bekommt dann einen Eindruck von der Bandbreite der Unmenschlichkeit im 20. Jahrhundert.

Steven Pinker ist ein irrsinnig schlauer Mann, der in Harvard und am MIT über ungefähr alles vor sich hinforscht und -lehrt, und niemand, der bei Trost ist, würde ihm widersprechen.

Er belegt seine These vom friedlicher werdenden Menschen grob gesagt damit, dass relativ zur Erdbevölkerung gesehen in jedem Jahrhundert weniger Menschen in Kriegen getötet wurden als zuvor. Als Laie würde ich dagegenhalten, dass das an vielen Dingen liegt, zum Beispiel an neuer Waffentechnologie, veränderten Konfliktformen und Fortschritten in der Notfallmedizin.

Aber ich bin sicher, Pinker hat all das irgendwie mit einberechnet. Und auch mein im täglichen Umgang mit Menschen gewonnener Eindruck, dass es sich bei einem signifikanten Teil der Spezies um eine Bande von Verhaltensgestörten handelt, kann in diesem Zusammenhang nicht als fundierte Analyse durchgehen, sondern als unerhebliche Einzelmeinung.

Die Regel, dass in der Vergangenheit bei Zeitreisen nichts verändert werden darf, ist den meisten Menschen aus dem dreiteiligen Wissenschaftsklassiker "Zurück in die Zukunft" bekannt, in dem Michael J. Fox und ein DeLorean DMC-12 die Hauptrollen spielen.

Ein DeLorean ist ein Auto, das in Nordirland gebaut wurde und aussieht wie ein Lamborghini für Leute mit Geschmack. Mit einem DeLorean reist man entweder an der irischen Küste entlang und kehrt mittags in Donegal zu Guinness und Austern ein, oder man reist durch die Zeit. Im zweiten Fall braucht es ein, zwei Modifikationen am Wagen - bei konkretem Interesse empfehle ich eine Anfrage beim Cern in Genf (die wissen, wie das funktioniert, auf keinen Fall abwimmeln lassen).

Dass Ace Frehley, der "Gitarrist" der unseligen Band Kiss, Anfang der Achtziger in einem DeLorean mit knapp 180 hm/h den Bronx River Expressway gegen die Fahrtrichtung bereiste, war übrigens einer der ungeschickteren Versuche, durch die Zeit zu reisen.

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London für lau