Hellmuth Karasek gestorben Bestseller-Erfolg mit Buch über das Altern

Als Mitherausgeber des Berliner Tagesspiegels kümmerte sich Karasek von 1997 bis 2004 um den Ausbau des Kulturressorts, wo er unter anderem durch anekdotenhafte Kolumnen über Prominente aus der Literatur-, Theater- und Filmszene in Erinnerung blieb.

Anschließend wechselte er zum Axel-Springer-Verlag und arbeitete dort als fester Autor für die Zeitungen Die Welt, Welt am Sonntag, Berliner Morgenpost und Hamburger Abendblatt. Mit sicherem Blick für das Kuriose und Absurde kommentierte er in den letzten Jahren als Glossist das große und kleine Welttheater.

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Seine Erfahrungen über die Zeit beim Spiegel verarbeitete er in seinem 1998 erschienenen Debütroman "Das Magazin" - nur eines seiner zahlreichen Bücher.

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Ihre Gedanken zum Tod von Hellmuth Karasek - ein Kondolenzbuch

Der Literaturkritiker und Schriftsteller starb am Dienstag im Alter von 81 Jahren. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er durch die ZDF-Sendung "Das literarische Quartett" bekannt. 2006 landete er mit seinem Buch "Süßer Vogel Jugend oder: Der Abend wirft längere Schatten" einen Bestsellererfolg.

Ein Bestsellererfolg wurde 2006 sein Buch "Süßer Vogel Jugend oder Der Abend wirft längere Schatten", das sich den Problemen des Alterns widmet. Laut Klappentext unternahm Karasek dabei den Versuch, "dem Alter die Altersmilde zu nehmen" und ihm mit Trotz zu begegnen. Seine "erotischen Memoiren" legte Karasek 2009 unter dem eigenwilligen Titel "Ihr tausendfaches Weh und Ach" vor. Kritiker hoben in diesem Zusammenhang auch Karaseks "Mut zur lächerlichen Selbstpreisgabe" hervor. So war es im November 2009 im SZ-Feuilleton zu lesen.

Hang zu Gerücht und Klatsch

Manch altem Weggefährten aus dem linksliberalen Geistesmilieu, in dem Karasek groß geworden war, war seine Medienpräsenz suspekt. Als Literaturliebhaber, so beschrieb die Welt den Publizisten 2009, verlor er nie seine "fast kindliche Freude an der literarischen Überraschung" und hatte obendrein kein Problem damit, seinen "Hang zur populären Kultur, zum Gerücht, zum Klatsch" zu offenbaren.

Am Dienstag ist der Schriftsteller und Literaturkritiker im Alter von 81 Jahren gestorben. Karasek hinterlässt seine Ehefrau Armgard Seegers, Feuilletonredakteurin des Hamburger Abendblatts, sowie vier erwachsene Kinder. Seine Tochter Laura Karasek debütierte 2012 selbst als Romanautorin. Bis ins hohe Alter ging Karasek auf Lesereise und schrieb weiter. Erst 2013 waren zwei Bücher von ihm erschienen.