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Literatur - Karlsruhe:Mitmachausstellung "Räuber Hotzenplotz" in Karlsruhe

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Karlsruhe (dpa/lsw) - Hereinspaziert: Durch einen großen, rotrosafarbenen Sperrholzvorhang öffnet sich von diesem Samstag an in Karlsruhe die Welt des Räuber Hotzenplotz im Badischen Landesmuseum. Kinder können auf 600 Quadratmetern die abenteuerliche Geschichte des berühmten Tollpatsches selbst erleben - über acht Stationen hinweg, längs und quer durch eine kuschelig-rote Räuberhöhle, den grasgrünen Wald, Großmutters freundliche Küche oder das kaltblaue Zauberschloss von Petrosilius Zwackelmann.

Es geht natürlich um die heiß geliebte Kaffeemühle der Großmutter. Die arme Frau liegt gleich zu Beginn der Schau ohnmächtig auf dem Boden, nachdem Hotzenplotz ihr das gute Stück geraubt hat. Kasperl und Seppel machen sich auf die Suche nach dem schlapphütigen Bösewicht mit der großen Nase - und die kleinen Besucher können dabei die Geschichte quasi nachlaufen, den Spuren folgen, auf dem Polizeirevier Steckbriefe verfassen oder in der Höhle des Räubers abhängen.

Die Schau rund um eine der berühmtesten Figuren der Kinderbuchliteratur bietet eine liebevoll gestaltete Tour für alle Fans des Räubers. Man darf alles anfassen, man darf toben, auf Schaumgummibüchsen werfen und Memory spielen. Man kann mit Schwarzlichtlaternen das Feenkraut suchen und die in eine Unke verwandelte Fee Amaryllis befreien. Das alles geschieht natürlich unter Coronabedingungen, wie Projektleiterin Elke Kollar betonte.

Otfried Preußler hatte das 1962 erschienene Buch in nur drei Monaten geschrieben, weitere Bände folgten. Die Geschichte wurde ein Welterfolg und in 38 Sprachen übersetzt.

Die Ausstellung war vom Kindermuseum Junges Schloss im Stuttgarter Landesmuseum Württemberg entwickelt worden, wurde in Karlsruhe aber mit neuen Kulissen und anderem Raumkonzept umgesetzt. In Stuttgart hatten vor zwei Jahren nach Worten Kollars rund 74 000 Besucher die Schau gesehen. Was in Zeiten der Pandemie in Karlsruhe an Besucherzahlen möglich ist - Kollar wagt keine Prognose. Grundsätzlich aber sei die Ausstellung eine Art Fingerübung für das Museum, dass sich künftig stärker an Familien ausrichten will: Im Rahmen der in einigen Jahren geplanten Sanierung des Landesmuseums soll ein eigenes Kindermuseum entstehen.

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