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Literatur - Hamburg:Wirbel um Kabarettistin Eckhart: Kritik von Navid Kermani

Deutschland
Die Kabarettistin Lisa Eckhart. Foto: Axel Heimken/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Hamburg (dpa) - Der Schriftsteller Navid Kermani hat zwei Kollegen mit Blick auf die Ausladung der österreichischen Kabarettistin Lisa Eckhart vom Harbourfront-Literaturfestival scharf kritisiert. Die beiden Autoren hatten es abgelehnt, mit Eckhart gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Auch in Folge dessen, war die 27-Jährige schließlich ausgeladen worden. "Jeder Sender und jeder Veranstalter hat das Recht, Frau Eckhart für weitere Kabarettprogramme einzuladen oder eben nicht. Jedoch Ihre Weigerung, mit Frau Eckhart auf einer Bühne zu stehen, gilt nicht dieser oder jener Aussage, sie gilt nicht der Kabarettistin, sie gilt dem Menschen, den Sie für verächtlich erklären", sagte Kermani vor Beginn seiner Lesung zur Eröffnung des Literaturfestivals am Mittwochabend in der Elbphilharmonie in Hamburg. Die "Zeit" hat die unangekündigte Erklärung in ihrer aktuellen Ausgabe am Donnerstag veröffentlicht.

"Niemand hätte von Ihnen verlangt, nach der Lesung mit Frau Eckhart ein Bier zu trinken. Hingegen die Bühne ist ein öffentlicher Raum, und indem eine unabhängige Jury ihren Roman ausgewählt hat, stand ihr das gleiche Recht zu, diesen öffentlichen Raum zu betreten, wie Ihnen", so Kermani darin weiter. Zudem zeuge es von "enormer Selbstgerechtigkeit und Unhöflichkeit, eine Kollegin, die missfällt, anonym davonjagen zu lassen".

Die Festivalleitung hatte die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart im Vorfeld ausgeladen und damit für zahlreiche Diskussionen gesorgt. Die 27-Jährige ist für den Klaus-Michael Kühne-Preis für den besten Debütroman nominiert und sollte im Rahmen des Debütantensalons auftreten. Auch wegen Sicherheitsbedenken war sie jedoch ausgeladen worden. Kritiker werfen der Künstlerin vor, rassistische und antisemitische Klischees zu bedienen. Der mit 10 000 Euro dotierte Klaus-Michael Kühne-Preis soll am 20. September verliehen werden.

Der Auftritt Eckharts vor zwei Jahren in der Kabarettsendung "Mitternachtsspitzen", auf den sich die Kritik bezieht, sei nicht gelungen, "ungelenk und ziemlich naiv" gewesen, sagte auch der in Köln lebende Schriftsteller weiter. Aber zum einen sei Eckhart wegen ihres als literarisch bemerkenswert eingeschätzten Debütromans "Omama" eingeladen gewesen und zum anderen sei es "elementar, einander zuzuhören". Die Autoren hätten Eckhart auf dem Festival mit Kritik konfrontieren oder sich von ihr distanzieren können. "Stattdessen haben Sie - nein, nicht nur den Diskurs verweigert, Sie haben eine Kollegin zur Unperson erklärt, indem Sie sich weigerten, überhaupt nur in ihrer Nähe zu sein."

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