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Literatur:Gefühl für Unsterblichkeit

Mit einem Taschenatlas lässt sich Bayern auf den Spuren des Schriftstellers Jean Paul erkunden

Von Sabine Reithmaier

Uneins war sich sein Publikum immer: Die einen verschlangen die Romane Jean Pauls, die anderen fanden sie langweilig und formlos. Zu seinen Lebzeiten war die Zahl der Verehrerinnen jedenfalls legendär, die seiner erotischen Verwicklungen auch. Ob Königin Luise von Preussen, die Weimarer Dichterin Charlotte von Kalb, Rahel Levin und Henriette Herz in Berlin - die Frauen schätzten die Bücher des Kultdichters immens, was Goethe und Schiller schon irritierte. Hatte ersterer den "Hesperus oder 45 Hundposttage", den Roman also, der Jean Paul schlagartig berühmt machte, 1795 doch als "Tragelaph" eingestuft, als ein eher missglücktes Produkt. Schiller attestierte dem "Bockhirsch", er eigne sich für eine "lustige Lecture für die langen Nächte". Aber dass der Roman zum größten Bestseller seit den "Leiden des jungen Werther" wurde, das war nicht nachvollziehbar für die Klassiker.

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