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Rassismus in Kinderbüchern:Stereotyp

Dr. Seuss, Theodor Geisel

Theodor Seuss Geisel, genannt Dr. Seuss, gestorben 1991.

(Foto: AP)

Er ist 30 Jahre nach seinem Tod noch immer einer der erfolgreichsten Kinderbuchautoren der Welt. Nun werden sechs Werke von Dr. Seuss nicht mehr gedruckt.

Von Bernd Graff

Sechs Bücher des amerikanischen Kinderbuchautors Dr. Seuss sollen nicht mehr veröffentlicht werden, teilten die Dr. Seuss Enterprises mit, die als Verwalter seines nachgelassenen Werks agieren. Einige Abbildungen in den Büchern seien rassistisch, weil sie auf "schmerzhafte Weise kulturelle Stereotype" wiederholten. Bei den nun zurückgehaltenen Titeln handelt es sich um "And to Think That I Saw It on Mulberry Street", "If I Ran the Zoo", "McElligot's Pool", "On Beyond Zebra!", "Scrambled Eggs Super!" und "The Cat's Quizzer".

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Sollen nicht mehr aufgelegt werden: drei der sechs indizierten Titel.

(Foto: peter-juelich.com)

Der im Jahr 1991 verstorbene Theodor Seuss Geisel gehört immer noch zu den erfolgreichsten Kinderbuchautoren der Welt. Forbes listet den US-Amerikaner, der als Dr. Seuss zur weltweiten Berühmtheit wurde, für das Jahr 2020 an Platz zwei der bestverdienenden Celebrities, die bereits verstorben sind. Weit vor Marilyn Monroe, Prince und John Lennon. 33 Millionen Dollar haben die Dr. Seuss Enterprises im Corona-Jahr demnach mutmaßlich an Gewinn gemacht. Die New York Public Library sieht Dr. Seuss 1957 veröffentlichtes Buch "Der Kater mit Hut" auf Platz zwei ihrer ewigen Ausleihliste. Grund für den lang anhaltenden Erfolg sämtlicher seiner Titel waren gerade solche "Beginner Books", Bücher, die mit weniger als 250 unterschiedlichen Wörtern auskommen.

Die Eingängigkeit und der daraus resultierende Einfluss, den die Bücher von Dr. Seuss haben, rechtfertigt denn auch die Vorsicht, mit der die Nachlassverwalter nun Teile des Werks indizieren. Dies folge, so die Dr. Seuss Enterprises in einem kurzen Statement, den eigenen Richtlinien, mit denen man sicherstellen wolle, dass "der Dr.-Seuss-Katalog alle Gemeinschaften und Familien repräsentiert und ihre Anliegen unterstützt".

© SZ/C.D.
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