Steffen Popp: 118

118 Elemente umfasst das Periodensystem derzeit - "nichts, was nicht aus ihnen bestünde", wie es in einer Anmerkung am Ende von Steffen Popps gleichnamigem, viertem Gedichtband heißt. Und nun präsentiert Popp sein eigenes Periodensystem: 118 Gedichte über die elementaren Bezugsgrößen seines Schreibens, nominiert für den Preis der Buchmesse Leipzig.

Es geht bei Popp um den Kopf und den Körper. Um Ohren, Augen und den Versuch, sich einen Reim zu machen auf diese Welt. Um die Ungeheuer in der Tiefe und die Höhenflüge der Fantasie. Ums Denken ebenso wie ums Träumen. Um alles also? Durchaus. Aber es ist die Kunst dieses Bandes, dieses Alles aufs Handlichste zu komprimieren. Lustvoll und hochkomisch feiern diese Gedichte den zerebralen Ausnahmezustand.

Popp interessieren die mit den Begriffen der Elemente verbundenen Vorstellungen ebenso wie die Klang- und Hallräume der einzelnen Wörter. Wie im Chemielabor lässt er die Wörter in seinen Gedichten miteinander reagieren. Mit Funkenschlag, ja kleineren und größeren Explosionen ist dabei jederzeit zu rechnen.

Lesen Sie hier die vollständige Rezension von Tobias Lehmkuhl.

Bild: Kookbooks 22. März 2017, 08:302017-03-22 08:30:08 © SZ.de/luch/smb