Fatma Aydemir: Ellbogen

In ihrem Debütroman "Ellbogen" erzählt die taz-Redakteurin Fatma Aydemir von einer jungen Deutschtürkin. Es ist die Geschichte einer Selbstfindung, die jede Menge Sprengstoff enthält. Ausgerechnet in der Nacht, in der sie volljährig wird, tötet Hazal einen Menschen - und weigert sich anschließend, die Tat zu bereuen. Sie will kein "Opfer" mehr sein. Dann lieber Täter. Kurz vor dem Putschversuch des Militärs am Bosporus in die Türkei abgeschoben, erlebt sie eine aufgeheizte politische Stimmung. Irgendwie gehört sie dort hinein: ein menschlicher Sonderfall inmitten des Ausnahmezustands.

Hazal lebt ihr ganz eigenes Leben und tut etwas, was für türkische Mädchen nicht vorgesehen ist. Sie trifft eigene Entscheidungen, auch wenn es die falschen sind. "Ellbogen" ist ein Tritt in den Magen. Genauer, zwei Tritte. Einer für die frauenfeindliche türkische Gesellschaft. Und einer für die Verlogenheit der ach so liberalen Deutschen.

Lesen Sie hier die vollständige Rezension von Philipp Bovermann.

Bild: Hanser Verlag 22. März 2017, 08:302017-03-22 08:30:08 © SZ.de/luch/smb