Buchmarkt und Corona:E-Books gefragt

Neue E-Book-Reader: Dem kleinen Tolino geht ein Licht auf

E-Books ausleihen statt kaufen - dieser Trend zeichnet sich gerade auf dem Buchmarkt ab.

(Foto: dpa)

Wie die Pandemie unser Lesen verändert.

Die Nachfrage nach E-Books ist in Deutschland im ersten Halbjahr 2021 im Zuge der Corona-Pandemie gestiegen. Der Umsatz von E-Books am Publikumsbuchmarkt nahm von Januar bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,6 Prozent zu, der Absatz kletterte um 8,3 Prozent von 18,8 auf 20,3 Millionen verkaufte Exemplare, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt mit.

Das Wachstum fand aber fast ausschließlich im ersten Quartal statt, das in diesem Jahr fast komplett vom Shutdown betroffen war. Im zweiten Quartal stagnierte das Wachstum. Der Umsatzanteil von E-Books am Publikumsbuchmarkt stieg von 7,5 Prozent im ersten Halbjahr 2020 auf 7,9 Prozent in den ersten sechs Monaten 2021. Die Zahl der Käufer ging dabei leicht um 1,2 Prozent zurück und lag bei 2,7 Millionen. Die Zuwächse sind somit vorwiegend darauf zurückzuführen, dass Leser mehr Titel erworben haben.

Mit 7,6 Exemplaren pro Kopf (erstes Halbjahr 2020: 6,9 Exemplare) stieg die Kaufintensität um 9,7 Prozent. "Ob das E-Book generell ein Wachstumsmarkt bleibt, wird maßgeblich davon abhängen, wie sich die E-Book-Leihe in Bibliotheken und die Bedingungen für die Verlage und Autoren dabei entwickeln", sagte Börsenvereins-Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis. "Denn schon heute deckt die Onleihe etwa 40 Prozent des E-Book-Konsums ab." Im vergangenen Jahr war laut Börsenverein die Wachstumsrate der Nutzer bei der sogenannten Onleihe sechsmal so hoch wie bei den Käufern. Es zeichne sich ab, dass die Nachfrage auch 2021 ungebrochen hoch sei, sagte Skipis. Erhebungen zeigten, dass viele Onleihe-Nutzer weniger oder gar keine Bücher mehr kauften, seitdem sie bei ihrer Bibliothek E-Books ausleihen. Das stelle für Autoren und Verlage ein existenzielles Problem dar.

© SZ/KNA/hoc
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