Ist es ein gutes oder ein schlechtes Zeichen, wenn man in seiner eigenen Branche als „der Schakal“ bekannt ist? Den Spitznamen hatte sich der berühmte Literaturagent Andrew Wylie eingehandelt, nachdem er in den 1990er-Jahren den Starautor Martin Amis einer anderen Agentin abgeworben hatte – mit dem Versprechen auf einen märchenhaften Vorschuss. Das war nicht die einzige unschmeichelhafte Bezeichnung, die Wylie sich im Verlauf seiner Karriere gefallen lassen musste. Der Verleger Roger Straus etwa nannte ihn in einem Interview einen „shit“, eine Beleidigung, die auch halb anerkennend gemeint war. Von einem Agenten erwartet man, dass er im Dienst seiner Klienten die Krallen ausfährt und die Zähne bleckt.
LiteraturDer Betrieb bin ich
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Ohne Literaturagenten entsteht heute praktisch kein Buch mehr. Öffentlich aber treten sie sehr bewusst nicht in Erscheinung. Jetzt ist eine Studie erschienen, die ihre Rolle erstmals genauer unter die Lupe nimmt.
Von Johannes Franzen
