Lieblingslieder des US-Präsidenten:Obamas Playlist

Barack Obama

Der US-Präsident ist derzeit im Freizeitmodus: ob er seine Lieblingslieder mit dem Rest der Welt teilt - oder mit seinem Buddy Bill Clinton Golf spielt.

(Foto: AFP)

Das Weiße Haus präsentiert beim schwedischen Streaming-Dienst Spotify "The President's Summer Playlist". Apple geht leer aus. Ein unpatriotischer Akt von Obama?

Von Jan Kedves

Am Wochenende haben die "Streaming Wars", die mit Umsonst-Abos und exklusiven Inhalten geführten Kämpfe zwischen den konkurrierenden Online-Musik-Anbietern, eine neue Eskalationsstufe erreicht. Denn das Weiße Haus hat bei Spotify einen Account angemeldet und "The President's Summer Playlist" geteilt, den persönlichen Urlaubs-Soundtrack von Barack Obama - eine Liste für tagsüber, eine für nachts.

Wenn Sie die Songs nicht hören könne, melden Sie sich bitte bei Spotify an.

Dass Obama einen ausgewählten, aus Soul und Jazz schöpfenden Musikgeschmack hat und damit gern seine softe Seite öffentlich profiliert, wusste man schon, seit Aretha Franklin bei seiner Amtseinführung sang und er 2012 bei einer Spendengala einen Al-Green-Song anstimmte. Musikalisch sind die beiden Sommer-Playlists, die mutmaßlich auch von Obamas Töchtern, seiner Frau und seinen PR-Beratern zusammengestellt wurden und Spotify einen ziemlichen PR-Coup bescheren, denn auch kaum überraschend.

Wenn Sie die Songs nicht hören könne, melden Sie sich bitte bei Spotify an.

Sie regen vielleicht zum Rätseln an, ob der Präsident grinst, wenn er "Superpower" von Beyoncé und Frank Ocean hört, oder ob er sich vom Temptations-Song "Ain't Too Proud to Beg" (Bin nicht zu stolz zum Betteln) bei Laune halten lässt, wenn er mal wieder vom Kongress blockiert wird.

33 von 39 Songs stammen von amerikanischen Künstlern

Interessanter ist, dass die Playlists bei Spotify geteilt wurden, dem schwedischen Streaming-Marktführer, statt beim neuen Wettbewerber Apple Music. Ein unpatriotischer Akt?

Die Vorwürfe wurden in den USA tatsächlich laut. Als ob nicht ausreichen würde, dass 33 der 39 Songs, also 85 Prozent, von amerikanischen Künstlern stammen. (Unamerikanisch: Coldplay, Florence & The Machine, Lianne La Havas, La Sonora Carruseles, Bob Marley, The Rolling Stones). Natürlich gab die Reichweite den Ausschlag, und da dominiert nun mal Spotify mit 75 Millionen Nutzern im Vergleich zu Apple mit aktuell elf Millionen.

Wobei: Nichts hätte das Weiße Haus davon abgehalten, die Playlists parallel bei beiden Services zu teilen. Hoffentlich wird der PR-Praktikant, der diese Idee nicht hatte, nicht gefeuert.

© SZ vom 17.08.2015/jobr
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