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Libuše Šafránková gestorben:Adieu, Aschenbrödel!

´Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" ist Kult

Ihr berühmtester Film: Libuše Šafránková in "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"

(Foto: dpa)

Die tschechische Schauspielerin Libuše Šafránková ist gestorben - die Titelrolle in "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" bestimmte ihre Karriere.

Die tschechische Schauspielerin Libuše Šafránková ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Das berichtet der Nachrichtensender CNN Prima News am Mittwoch unter Berufung auf ihren Sohn. Große Beliebtheit erlangte Šafránková mit der Hauptrolle in dem Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" aus dem Jahr 1973, der auch im deutschen Fernsehen etliche Male wiederholt wurde. Mehr als 2000 Bewerberinnen stellten sich in zahlreichen Casting-Runden für die Hauptrolle vor. Der Regisseur Václav Vorlíček, einer der wichtigsten Filmemacher des tschechischen Kinos, entschied sich für Šafránková, die er Jahre zuvor in einem Fernsehfilm gesehen hatte, von dem er sehr beeindruckt war.

"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" war eine Koproduktion mit der ostdeutschen Defa und gehört seit Jahrzehnten fest zum Weihnachtsprogramm. Ein winterlicher Feiertagsfilm, dabei sollte er ursprünglich im Sommer gedreht werden. Die Dreharbeiten wurden nur aus logistischen Gründen auf den Winter geschoben. Als dann auch noch kein Schnee fiel, erinnerte Šafránková sich später, mussten die Macher auf sehr viel Kunstschnee zurückgreifen.

Die Geschichte basiert auf einer Variation des Grimm'schen "Aschenputtel"-Märchens von der tschechischen Schriftstellerin Božena Němcová. Gedreht wurde unter anderem rund um das Schloss Moritzburg bei Dresden und in den Babelsberg-Studios.

Libuse Safrankova

Libuše Šafránková 2013 in Prag.

(Foto: Vit Simanek/AP)

Das Werk bestimmte die Karriere Šafránková fast ihr Leben lang und führte zu diversen anderen Rollen in Märchenfilmen wie "Die kleine Meerjungfrau" (1976) und "Prinz und Abendstern" (1978). Sie spielte aber auch in Filmen jenseits des Märchenkontextes mit. 1975 drehte sie zum Beispiel gemeinsam mit Christopher Plummer und Maximilian Schell "Der Tag, der die Welt veränderte" über das Attentat von Sarajevo 1914, das zum Ersten Weltkrieg führte.

Insgesamt spielte Šafránková in fast 150 Kino- und Fernsehfilmen mit. Sie stand in Prag zudem lange Jahre als Mitglied eines Kammerensembles auf der Theaterbühne. Ein später Höhepunkt ihrer Karriere war das Drama "Kolya", 1996, das mit einem Oscar als bester ausländischer Film ausgezeichnet wurde. Šafránková war mit dem tschechischen Schauspielerkollegen Josef Abrhám verheiratet. Im Jahr 2014 erkrankte sie an Lungenkrebs und wurde operiert. Sie zog sich in den letzten Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.

© SZ/dpa/dbs
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