Lesung Dunkles Geheimnis

Gert Heidenreich liest aus "Schweigekind"

In Lenjas Leben gibt es ein dunkles Geheimnis. Ein Geheimnis, so grausam, dass es selbst ihre achtjährige Tochter Hanna zum Schweigen gebracht hat. Wegen ihres "Schweigekinds" kommt sie in die psychotherapeutische Praxis von Hans Sahlfeldt, und der ahnt, dass Hanna schweigt, weil der Schmerz sie zwingt.

Der bei Starnberg lebende Schriftsteller Gert Heidenreich erzählt in seinem Roman "Schweigekind" (Transit) eine Geschichte über Rache, Hass und Vergeltung. Über Scham, Demütigungen und einen quälenden Schmerz. Es ist die Geschichte eines Kindesmissbrauchs in seiner schlimmsten Form, die zeigt, wie ein ganzes System aus der Fürsorge verpflichteten Personen wie Pflegeeltern, Psychiater, Richter und Pfarrer versagt - und die Menschen, die hinschauen könnten, hinschauen müssten, nicht erkennen, was geschieht. Und doch keimt in all dem auch die Liebe als Funken Hoffnung auf. "Erzähl mir nichts über den Schmerz", sagt Lenja. Sie weiß genug über ihn.

Gert Heidenreich: Schweigekind, Donnerstag, 12. April, 20 Uhr, Literaturhaus, Salvatorplatz 1, 29 19 34 0.