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Preis der Leipziger Buchmesse:Die Shortlists

Coronavirus - Leipziger Buchmesse abgesagt

Ist der Zugang zum Preis der Leipziger Buchmesse wirklich offen für alle?

(Foto: Jan Woitas/dpa)

Die Nominierten für den Leipziger Buchpreis in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung.

Eine Jury aus sieben Literaturkritikerinnen und -kritikern hat die Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse in drei Kategorien festgelegt. Von den fünf belletristischen Titeln stammen vier von Autorinnen: Iris Hanika ist mit ihrer Transposition des Mythos von Narziss in die Gegenwart nominiert, dem Roman "Echos Kammern" (Droschl Verlag). Judith Hermanns Roman "Daheim" (S. Fischer), der Ende April erscheint, lobt die Jury für seine "glasklare Prosa".

Weiter stehen Friederike Mayröckers Mischung aus Poesie und Prosa "da ich morgens und moosgrün. Ans fenster trete" (Suhrkamp) auf der Liste und Helga Schuberts Erzählungsband "Vom Aufstehen. Ein Leben in Geschichten" (dtv). Der einzige Mann in der Belletristik-Auswahl ist Christian Kracht mit seinem Roman "Eurotrash" (Kiepenheuer & Witsch).

In der Kategorie Sachbuch und Essayistik stehen Dan Diners Buch "Ein anderer Krieg. Das jüdische Palästina und der Zweite Weltkrieg 1935 - 1942" (DVA) zur Wahl sowie der Essay "Foucaults Pendel und wir. Anlässlich einer Installation von Gerhard Richter" des Wissenschaftsforschers Michael Hagner (Verlag Walter König) und Uta Ruges Buch mit "Bauern, Land. Die Geschichte meines Dorfes im Weltzusammenhang" (Kunstmann). Die Ethnologin Heike Behrend mit ihrem Buch "Die Menschwerdung des Affen. Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung" (Matthes & Seitz) und Christoph Möllers "Freiheitsgrade. Elemente einer liberalen politischen Mechanik" (Suhrkamp) stehen sowohl auf der Shortlist des Leipziger Buchpreises als auch auf der des neu ausgelobten Deutschen Sachbuchpreises des Börsenvereins.

Schon 2020 musste die Verleihung wegen der Pandemie ins Radio verlegt werden

Einzigartig am Leipziger Preis ist die Auszeichnung für Übersetzerinnen und Übersetzer. Auf der Shortlist stehen die Schriftstellerin Ann Cotten für ihre am 18. April erscheinende Übertragung von Rosemarie Waldrops Roman "Pippins Tochters Taschentuch" (Suhrkamp), Sonja Finck und Frank Heibert, die aus dem kanadischen Französisch "Der große Absturz. Stories aus Kitchike" von Louis-Karl Picard-Sioui übersetzten (Secession), und Hinrich Schmidt-Henkel für die Übersetzung von "Die Vögel" von Tarjej Vesaas aus dem Norwegischen (Guggolz). Für ihre Neuübersetzung der "USA-Trilogie" von John Dos Passos (Rowohlt) sind Nikolaus Stingl und Dirk van Gunsteren nominiert und schließlich Timea Tankó für die Übersetzung von "Apropos Casanova. Das Brevier des Heiligen Orpheus" von Miklós Szentkuthy (Andere Bibliothek) aus dem Ungarischen.

Der Preis der Leipziger Buchmesse ist mit insgesamt 60 000 Euro dotiert, die jeweilige Gewinnerin erhält 15 000 Euro, je 1000 bekommt jeder Nominierte. Gewöhnlich wird der Preis im Rahmen der Leipziger Buchmesse verliehen, schon vergangenes Jahr musste die Zeremonie allerdings wegen der Corona-Pandemie zu einer Folge der Radiosendung "Lesart" im Deutschlandfunk umgemodelt werden. Im Jahr 2021 musste auch die auf Mai verschobene Leipziger Buchmesse abgesagt werden. Die drei Buchpreis-Gewinner werden dennoch am 28. Mai gekürt.

© SZ/SZ/fxs
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