Die Grundversorgung deutscher Großstädte mit der harten Droge Kokain ist gesichert – und die schlimmste Sorge derer, die mit der Droge handeln, hat offenbar weniger mit dem Fahndungsdruck durch die Polizei zu tun. Und mehr mit der Ahnung, dass der Markt bald gesättigt sein könnte. Noch sind die Gewinne ungeheuer: Auf dem Weg vom Drogenlabor in Kolumbien zum Händler in München oder Berlin verteuert sich das Kokain um mehr als tausend Prozent. Man schätzt, dass sechs Prozent aller erwachsenen Deutschen mindestens einmal Kokain probiert haben. Im Angebot wäre aber Stoff für viel mehr Kunden; die Preise stagnieren seit Jahren.
DebatteDer Nase nach
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Wer in deutschen Großstädten Koks kaufen will, muss dafür nicht in den Untergrund.
Collage: Levin Gruber/Bilder: Imago ImagesKokain ist überall – und die koksende Gesellschaft sieht den Konsum als ihr gutes Recht an. Dabei vergisst sie, dass die Droge in Lateinamerika eine ganz andere Wirkung hat. Braucht es endlich Frieden im „Krieg gegen die Drogen“?
Essay von Claudius Seidl
