In Frankreich wurde diese Buchsaison vor allem über ein Buch gesprochen: „La Maison vide“ (Das leere Haus) von Laurent Mauvignier, das jetzt den Prix Goncourt gewann, die höchste literarische Auszeichnung des Landes. Es ist ein monumentaler Roman, 740 Seiten dick, der von der Familie des Autors handelt. Das ist überhaupt das Thema der französischen Literatur gerade: die eigene Familie. So hat Emmanuel Carrère ein bewegendes Buch über seine Eltern geschrieben, Amélie Nothomb (die natürlich Belgierin ist) ein eher drolliges über ihre Mutter; Frédéric Beigbeder schrieb über den Tod seines Vaters, Justine Lévy über den Tod ihrer Mutter, Catherine Millets neues Buch handelt vom Selbstmord ihrer Mutter. Und Annie Ernaux und Édouard Louis schreiben natürlich schon seit Jahren erfolgreich über mal dieses, mal ein anderes Mitglied ihrer eigenen Familie.
Prix GoncourtDie Liebe fest verkapselt
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Als der Schriftsteller Laurent Mauvignier 16 Jahre alt war, brachte sich sein Vater um. Im Roman „La Maison vide“ sucht er nach dem Warum. Dafür wurde er jetzt mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet, dem wichtigsten Literaturpreis Frankreichs.
Von Johanna Adorján
