Die Meinungen über Larry Clark werden wohl immer weit auseinanderklaffen. Für die einen ist er ein Pionier, der seine verirrten Halbstarken zu fotografieren begann, als sich die offizielle Kunstdoktrin der USA noch in der Pop Art erschöpfte. Für diese Beobachter ist Clark ein Vorreiter für Fotografen wie etwa dem beinahe gleichaltrigen Robert Mapplethorpe, der mit seinen Provokationen erst in den achtziger Jahren reüssierte. Der etwa zehn Jahre jüngere Gus van Sant griff das Jugendthema erst zu Beginn der neunziger Jahre mit Filmen wie "My private Idaho" auf, dann aber so erfolgreich, dass er darauf eine veritable Hollywood-Karriere begründete. Besonders Nan Goldin wird heute als würdige Nachfolgerin Clarks betrachtet. Die New Yorkerin zählt mit den  schockierenden Momentaufnahmen ihrer todgeweihten Freunde heute zu den bedeutendsten Fotografinnen der Gegenwart und stellt ihre Bilder weltweit aus. Andererseits sprechen ...

Szene "Mädchen am Pool" aus "Kids"

Bild: Larry Clark, Kids, 1995, Courtesy of the artist and Luhring Augustine, New York 19. Januar 2013, 12:012013-01-19 12:01:41 © Süddeutsche.de/ihe