"Tulsa" gilt heute als ikonographisches Buch. Erstmals zeigte da jemand die amerikanische Jugend, bei all den Dingen, von denen Eltern nichts wissen wollen: Bei Sex, Drugs und beim Spielen mit Waffen. Nach zwei weiteren Fotobänden ("Teenage Lust", 1983, und "A perfect childhood", 1993) fand Clark durch die Zusammenarbeit mit Chris Isaak zum Film, als er für das Musikvideo "Solitary Man" des Rockmusikers die Regie führte. Für Clark war das ein logische Weiterentwicklung, denn schon seine Fotobücher dokumentieren den Drang, große Geschichten zu erzählen. Sie enthielten nicht nur Einzelbilder, sondern auch Kontaktbögen und Bilderfolgen.

Zwei Jahre später kam schließlich Clarks erster Spielfilm "Kids" in die Kinos, den er 1994 in nur zwei Wochen abgedreht hatte. Der Skandalfilm gilt neben "Tulsa" heute als Clarks zweites bahnbrechendes Werk. Der Plot ist typisch für ihn: Der 16-jährige Telly (Leo Fitzpatrick), hat Angst, sich mit dem HI-Virus anzustecken, und hat daher nur mit Jungfrauen Sex; ohne zu ahnen, dass er längst von dem Virus befallen ist und die Mädchen damit ansteckt. Eigentlich ...

Leo Fitzpatrik in einer Szene von "Kids"

19. Januar 2013, 12:012013-01-19 12:01:41 © Süddeutsche.de/ihe