Journalismus:Die Genossen aus St. Pauli

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Larissa Reissner (1895 bis 1926) war begeistert von der russischen Revolution. (Foto: picture alliance / Heritage Image)

Die Sozialistin Larissa Reissner hat die Weimarer Republik so modern, witzig, ironisch beschrieben wie nur wenige. Jetzt sind ihre Reportagen aus dem Jahr 1924 neu erschienen.

Von Hilmar Klute

Die Weimarer Republik mit ihrer stets wankenden politischen Stabilität, ihrer gesellschaftlichen Modernität und angeblichen kulturellen Diversität ist seit einer guten Weile ein Referenzgebilde unserer verunsicherten 2020er-Jahre. Opulente Serien und Biopics, Neuverfilmungen damaliger Romanerfolge wie Kästners „Fabian“ sowie die kontinuierliche Wiederentdeckung von Autorinnen und Journalistinnen jener Jahre nähren den Mythos oft auch auf Kosten der historischen Authentizität. Mitunter erwiesen sich die Wiedererweckungen als mäßig erfolgreich, wie im Fall der Reporterin Maria Leitner. Geglückt und anhaltend dagegen ist bis heute die Renaissance der heute noch gut lesbaren Feuilletons der klugen Journalistin und – eher mäßigen – Romanautorin Gabriele Tergit, die mit immer neuen Editionen und Auskoppelungen in Gang gehalten wird.

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