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Landschaftskunst von Christo:Wunder gibt es immer wieder

Ein begehbares Kunstwerk, das bei den Besuchern für kindliche Freude sorgt: Christos gelbe Tangenten heben sich scharf ab von Wasser und Bergen.

(Foto: Filippo Venezia/AP)

Lange blieb das Projekt, das Christo noch mit seiner Frau Jeanne-Claude entwickelte, in der Schublade: Jetzt hat er die "Floating Piers" im Lago d'Iseo bei Brescia verwirklicht.

Als Jesus über den See Genezareth ging, offenbarte er einen minder schönen Charakterzug. Es geschah, als ihm Petrus, beeindruckt von den außerordentlichen Fähigkeiten seines Herrn, auf dem Wasser entgegengehen wollte, aber angesichts der hohen Wellen verzagte und unterzugehen drohte. Da rief der Herr ihm zu: "Du hast zu wenig Vertrauen. Warum hast du gezweifelt?" Die Frage ist nicht ohne Häme, und es verbirgt sich eine Forderung darin. "Glaub doch!", lautet sie. Deshalb ist das eigentliche Wunder in dieser biblischen Geschichte nicht das Wandeln auf dem Wasser, sondern die erstaunliche Fähigkeit des Petrus, auf Anordnung glauben zu können. Denn das Kommando wirkte. Petrus kam wieder auf die Beine und setzte seinen Gang über das Wasser fort, der Wind legte sich, und das Boot mit den Jüngern erreichte sicher den Hafen.

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