Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche – "Ludwig II"

Aufwändiges, enttäuschendes Ludwig-Panoptikum von Peter Sehr und Marie Noëlle. Bilderpracht, in der die Figuren wie Statisterie erscheinen. Von der Intention, eine neue Sicht des Märchenkönig-Schicksals zu entfalten, kaum eine Spur. Schleppende Erzählung, unfreiwillige Komik, trauriges Chargieren. Gleich zwei Darsteller für die Titelrolle (Sabin Tambrea, Sebastian Schipper), aber die Gestalt Ludwigs bleibt das Abziehbild eines launenhaften Exzentrikers, der zwischen Wagnerkult und Weltflucht, Schwanenritterfantasien und verklemmter Homosexualität taumelt.

Von Rainer Gansera

Im Bild: Der junge Ludwig (Sabin Tambrea) und seine spätere Verlobte Sophie in Bayern (Paula Beer) rudern auf dem Würmsee, dem heutigen Starnberger See. 

Bild: dpa 28. Dezember 2012, 13:172012-12-28 13:17:50 © SZ vom 27.12.2012/pak