Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:Vom Müggelsee bis zum Horror-Schneemann

Leander Haußmann und Sven Regener toben sich zwischen Gaga-Trash und brechtschem Verfremdungseffekt aus, "Jack and the Giants" surft auf der Märchen-Mashup-Hysterie und "Imaginaerium by Nightwish" bleibt schwülstig und einfältig. Welche Filme den Kinobesuch lohnen - und welche nicht.

Von den SZ-Kritikern.

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Hai-Alarm am Müggelsee"

Kinostarts - 'Hai-Alarm am Müggelsee'

Quelle: dpa

Die Filmstarts vom 14. März auf einen Blick - bewertet von den SZ-Kritikern. Rezensionen ausgewählter Filme.

"Hai-Alarm am Müggelsee"

Mit imposanter Darsteller-Prominenz und dem unbedingten Willen zu schriller Albernheit lassen Leander Haußmann und Sven Regener ihrem Spieltrieb freien Lauf. Ist es Gaga-Trash? Müggelsee-Heimatfilm-Slapstick? Ein Lehrfilm zum brechtschen Verfremdungseffekt? Es ist wie bei einer durchgeknallten Party unter Freunden: manche Gags sind und bleiben platt, andere (Detlev Buck als rudernder Polizist!) werden zur Erleuchtung.

Rainer Gansera

Die ausführliche SZ-Filmrezension lesen Sie hier

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Hitchcock"

Kinostarts - 'Hitchcock'

Quelle: dpa

Die Lust, Alfred Hitchcock bei der Entstehung seines Klassikers "Psycho" über die Schulter zu schauen, ist am Anfang groß. Aber die seltsame Mimikry, die nötig ist, wenn das Kino die eigenen Ikonen in den Blick nimmt, befremdet in dem Film von Sacha Gervasi doch sehr.

Tobias Kniebe

Im Bild von links: Jessica Biel als Vera Miles, Scarlett Johansson als Janet Leigh und James D'Arcy als Anthony Perkins

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Immer Ärger mit 40"

Kinostarts - 'Immer Ärger mit 40'

Quelle: dpa

Ein Familienkatastrophenfilm von Judd Apatow, der da weitermacht, wo man meinte, dass sein "Knocked Up" geendet hätte. Paul Rudd und Leslie Mann - Mrs. Apatow - versuchen den Fun in der Familie zu halten. Nun ja: Rudd managt den guten alten Graham Parker für sein Music-Label, in Manns Shop ist Megan Fox Verkäuferin, eine der Töchter hat J. J. Abrams auf dem Gewissen, sie ist komplett "Lost".

Fritz Göttler

Die SZ-Videorezension "Zoom - die Kinopremiere" sehen Sie hier

Im Bild: Paul Rudd mit seinem Frauen-Haushalt

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Jack and the Giants"

Kinostarts - 'Jack and the Giants'

Quelle: dpa

Mittels Zauberbohne und Riesenranke geht es für Jack von der kleinen in die große Welt, um Prinzessin, Krone und Menschengeschlecht vor den fiesen Riesen zu beschützen. Bryan Singer surft mit seinem Schlachten-Spektakel auf der aktuellen Märchen-Mashup-Hysterie, wühlt tief in der Effekte-Kiste und balanciert auf wackligen Füßen zwischen kindgerechtem Märchenkosmos und kriegsdröhnender Riesen-Hatz.

David Steinitz

Im Bild: Nicholas Hoult als Jack

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Der Mondmann"

Kinostarts - 'Der Mondamann'

Quelle: dpa

Eine Ruhepause für die Augen zwischen Pixar-Perfektionismus und 3-D-Theater: Per Komet reist der einsame Mondmann zur Erde, wo es so schön sein könnte, wenn nur nicht der Präsident sich in den Kopf gesetzt hätte, den Mond zu erobern. Trick-Experte Stephan Schesch adaptiert Tomi Ungerers Kinderbuch mit expressionistischer Sorgfalt und weiß, dass die besten Reisen im Autokino enden.

David Steinitz

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Paulista - Geschichten aus São Paulo"

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Quelle: Alexandre Ermel

"Paulista - Geschichten aus São Paulo" erzählt episodenhaft aus dem Leben dreier Leute im gleichen Apartmentgebäude. Marina (Sílvia Lourenço) will es als Provinzschauspielerin in der großen Stadt schaffen, Suzana (Maria Clara Spinelli) arbeitet als Anwältin und Jay (Fabio Herford) hält sich für einen Schriftsteller. Sie alle suchen die Liebe: bei Prostituierten, beim gleichen Geschlecht, als anderes Geschlecht. Ja mei.

Jan Füchtjohann

7 / 10

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Rubinrot"

Kinofilm "Rubinrot"

Quelle: dpa

Der verfilmte Fantasy-Roman für junge Menschen, die deutsche Variante: In dem Film nach Kerstin Giers Bestseller entdeckt eine Sechzehnjährige, dass sie durch die Zeit reisen kann, nutzt das, um die Geheimnisse ihrer Familie aufzuklären und fällt natürlich der Liebe anheim. Historisches England als Staffage, Culture Clash zwischen saloppen und komplizierten Sitten, das reicht als Abenteuer vorerst leicht - eine Fortsetzung wird trotzdem nicht ausbleiben.

Doris Kuhn

Im Bild: Maria Ehrich als Gwendolyn und Uwe Kockisch als Falk de Villiers

8 / 10

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Sofia's Last Ambulance"

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Quelle: SZ

Nur 13 Ambulanzen versorgen die Millionenstadt Sofia. Ilian Metev begleitet eine davon in seiner preisgekrönten Dokumentation. Im postsozialistischen Alltag steht das Gesundheitswesen selbst vor dem Exitus: Es fehlen Krankenhausbetten, die Funkzentrale der Notärzte ist schon mal unerreichbar. Wie soll man da sein Mitgefühl nicht verlieren! Ein großer Film über eine kranke Gesellschaft und drei Helden, die den Sisyphus-Kampf gegen das Leid aufgenommen haben.

Martina Knoben

9 / 10

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Song for Marion"

Kinostarts - 'Song for Marion'

Quelle: dpa

Das alte, schon ein wenig abgedroschene Lied von der Leben spendenden Kraft der Musik geht dank wunderbarer Darsteller wie Terence Stamp und Vanessa Redgrave dennoch zu Herzen. Inspiriert von seinen Großeltern erzählt der britische Regisseur Paul Thomas Williams die Geschichte eines verschlossenen Misanthropen, für den sich unerwartet neue Perspektiven eröffnen, als er von seiner krebskranken Frau einen Platz im Rentnerchor erbt.

Anke Sterneborg

Im Bild: Vanessa Redgrave als Marion (rechts) feiert mit ihren Chormitgliedern

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Imaginaerium by Nightwish"

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Quelle: SZ

Zinnsoldaten marschieren auf, der Horror-Schneemann und die Schneewittchen-Hexe machen Buh! Thomas Holopainen, Keyboarder und Mastermind der finnischen Symphonic-Metal-Band Nightwish, versucht sich als Film-Visionär. Basierend auf dem "Imaginaerum"-Album der Band hat er ein schwülstiges und einfältiges Albtraum-Fantasy-Opus ersonnen: Fantasy ohne Phantasie.

Rainer Gansera

© SZ vom 14.03.2013/kath
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