Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:Sechs Komiker und ein Milky Way

In "Das ist das Ende" streitet sich Amerikas Comedy-Nachwuchs darüber, wie man einen Schokoriegel teilt, während Johnny Depp in "Lone Ranger" einen Vogel auf seinem Kopf balanciert. Für welche Filme sich der Kinobesuch lohnt - und für welche nicht.

Von den SZ-Kino-Kritikern

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"42 - Die wahre Geschichte einer Sportlegende"

Film "42 - Die wahre Geschichte einer Sportlegende" mit Harrison Ford im Kino

Quelle: Warner Bros. GmbH

Die Filmstarts vom 8. August auf einen Blick - bewertet von den SZ-Kritikern. Rezensionen ausgewählter Filme.

"42 - Die wahre Geschichte einer Sportlegende"

Brian Helgeland erzählt in seinem Baseball-Drama von der legendären Saison 1947, als Jackie Robinson der erste schwarze Spieler der Profiliga wurde, gefördert vom grummeligen Chef der Brooklyn Dodgers (Harrison Ford). Manchmal etwas rührselig, ansonsten eine wilde Reise in die whiskygetränkten Hinterzimmer und staubigen Spielfelder der Vierzigerjahre, als der Sport den Horror des Krieges wettmachen musste.

David Steinitz

Im Bild: Harrison Ford als Branch Rickey und Chadwick Boseman als Jackie Robinson

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Das ist das Ende"

Film "Das ist das Ende" mit James Franco, Jonah Hill und Seth Rogen im Kino

Quelle: Alamode Film

Die Zöglinge von Komödien-Überproduzent Judd Apatow machen sich selbstständig - und spielen sich selbst. Seth Rogen und Evan Goldberg inszenieren in ihrem Regiedebüt eine heftige Hollywoodparty im phallisch möblierten Haus von James Franco, bis die Apokalypse hereinbricht und ein paar kreischende Apatow-Alumni zurücklässt. Doch wie teilt man ein einziges Milky Way durch sechs hungrige Jungs?

David Steinitz

Neu im Kino: "Lone Ranger", "Das ist das Ende" und "Gloria", kurz vorgestellt per Video.

Im Bild: Die Stars James Franco, Jonah Hill, Craig Robinson, Seth Rogen, Jay Baruchel und Danny McBride spielen sich selbst

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Gloria"

Film "Gloria" im Kino

Quelle: Alamode Film

Gloria ist Ende fünfzig, geschieden - aber immer noch tapfer auf der Suche nach dem Glück. Sebastián Lelio folgt ihr durch ihren Alltag, was auf den ersten Blick brav naturalistisch anmutet, wenn nur die vielen surrealen Momente nicht wären. So ist es mit dem Film wie mit Gloria: Sie wirkt ganz durchschnittlich und ist gleichzeitig ganz besonders. Paulina Garcia wurde für ihre Darstellung bei der Berlinale 2013 mit dem Silbernen Bären geehrt - zu Recht.   

Martina Knoben

Neu im Kino: "Lone Ranger", "Das ist das Ende" und "Gloria", kurz vorgestellt per Video.

Im Bild: Sergio Hernandez als Rodolfo und Paulina Garcia als Gloria

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Jaures"

Film "Jaures" im Kino

Quelle: Arsenal Institut

Einer der schönsten Liebesfilme der letzten Jahre. Der Filmemacher Vincent Dieutre schaut mit Eva Truffaut (einer Tochter von François) alte Videoaufnahmen an. Blicke auf die Straße an der Pariser Metrostation Jaurès. Schwirrender Schwalbenflug. Ein Zeltlager von Flüchtlingen am Canal Saint Martin. Ein Gefühl der Unbehaustheit, die Wohnung war die des Geliebten, des Aktivisten Simon, er hat Vincent nun verlassen. Was bleibt von dieser Liebe, die Frage spukt durch die alten Bilder.

Fritz Göttler

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel"

Film "Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel" im Kino

Quelle: missingFilms

Kino als Triumph der Phantasie über die Realität. Einem jungen Regisseur (Robert Gwisdek) werden am ersten Drehtag die Mittel für seine Verfilmung der Kleist-Novelle gestrichen. Aus dem opulenten Historienepos wird improvisiertes Laientheater, für die fehlenden Pferde müssen Kühe herhalten und statt im Hotel wird im Stall übernachtet. Zwischen gedrehten Filmszenen und pseudodokumentarischem Making of erzählt Aron Lehmann auch von seiner eigenen Situation, lässt seine tolle Idee zum Ende hin aber in überdrehtem Dilettantismus verläppern.

Anke Sterneborg

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Kuma"

Film "Kuma" im Kino

Quelle: Salzgeber & Company Medien

Same old story der islamischen Migration, hier in Österreich: Die starren Regeln der Elterngeneration machen den Kindern das Leben zur Hölle. Auf der Jagd nach Emotionen packt der kurdischstämmige Wiener Umut Dag alles rein, was geht: Familie, Scheinehe, Männergewalt, Zweitfrau, Schwulsein, Ehebruch, Tod. Leider eindeutig zu viel für einen Film.

Tobias Kniebe

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Lone Ranger"

Film "Lone Ranger" mit Johnny Depp, Armie Hammer und Helena Bonham Carter im Kino

Quelle: Walt Disney Germany

Wie schon "Fluch der Karibik" ein Disney-Film von Gore Verbinski mit Johnny Depp, der diesmal als durchgeknallter Indianer Tonto den Wilden Westen unsicher macht, zusammen mit dem legendären "Lone Ranger" (Armie Hammer). Die Reanimation einer legendären Vergangenheit zeigt die bestialische Disney-Studio-Maschine in voller Wucht - genial gebändigt und beherrscht von Verbinski.

Philipp Stadelmaier

Eine ausführliche SZ-Filmrezension lesen Sie hier.

Neu im Kino: "Lone Ranger", "Das ist das Ende" und "Gloria", kurz vorgestellt per Video.

Im Bild: Armie Hammer als John Reid, Johnny Depp als Tonto und Helena Bonham Carter als Red Harrington

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Trance - Gefährliche Erinnerung"

Film "Trance - Gefährliche Erinnerung" von Danny Boyle im Kino

Quelle: Fox Deutschland

Wie schon oft zuvor ist das Leben auch im neuen Film von Danny Boyle ein kinetischer, hypnotischer Trip, eine labyrinthische Hatz durch Traum, Erinnerung und Wahrnehmung. Ein Raubzug im Auktionshaus läuft schief, verwandelt sich in einen modernen Film Noir, in eine fiebrige Ménage à trois zwischen James McAvoy, Vincent Cassel und Rosario Dawson, in ein zugleich verwirrendes und faszinierendes Vexierspiel, in dem gut und böse, wahr und falsch keine verlässlichen Größen sind.

Anke Sterneborg

Im Bild: Vincent Cassel als Franck und James McAvoy als Simon

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Wochenendkrieger"

Film "Wochenendkrieger" im Kino

Quelle: Neue Visionen

Sogar der Himmel spielt mit bei den Mittelalter-Action-Spielen dieses Films (LARP: Live Action Role Playing), baut dramatische Wolken. Andreas Geiger wechselt immer wieder zu Momenten der Intimität, wenn die - zurückhaltenden, stillen - Akteure ihre alltägliche Existenz präsentieren, fragiles kleinbürgerliches Glück, selbst bei Aniesha Fey, der Herrin der Leere. Spiele zum Mitspielen, nicht zum Zuschauen, das macht uns doppelt zum Voyeur.

Fritz Göttler

© SZ vom 08.08.2013 /jspe
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