Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche – "Camp 14"

Nachrichten aus dem Herzen der nordkoreanischen Finsternis: Bis zur Flucht kannte der 1983 im Straflager geborene Shin Dong-Hyuk nur die graue, gefühllose Welt hinterm Stacheldrahtzaun. Indem Marc Wiese die erschütternden Erzählungen des jungen Mannes mit Aussagen von zwei ebenfalls geflüchteten Wärtern konfrontiert, zeigt er, in welchem Maße das System nicht nur Opfer, sondern auch Täter deformiert. Die verfremdet animierten Bilder des Lageralltags steuerte die Firma Cartoonamoon bei, die schon den iranischen Alltag in "Green Wave" visualisiert hat.

Anke Sterneborg

Bild: Engstfeld Film GmbH 8. November 2012, 17:142012-11-08 17:14:19 © SZ vom 08.11.2012/jufw