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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:Grauen im Verlies

Natascha Kampuschs Geschichte ging um die Welt - doch der Film darüber findet keinen Standpunkt zum Verbrechen gegen sie. In weniger tragischen Kino-Geschichten geben derweil Bette Midler und Billy Crystal Erziehungstipps, während Hänsel und Gretel Hexen jagen. Welche Filme den Kinobesuch lohnen - und welche nicht.

Von den SZ-Kritikern.

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern"

Kinostarts - 'Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern'

Quelle: dpa

Die Filmstarts vom 28. Februar auf einen Blick - bewertet von den SZ-Kritikern. Rezensionen ausgewählter Filme.

"Die Bestimmer - Kinder haften für ihre Eltern"

Old School trifft im Clash der Generationen auf New Media: Doch wenn Billy Crystal und Bette Midler beim großelterlichen Babysitter-Besuch die modernen Erziehungsmethoden ihrer Filmtochter Marisa Tomei mit handfestem Abenteuer, harter Baseballkonkurrenz und sehr viel Zucker zersetzen, sind sie längst nicht so komisch und originell wie die legendären Fockers. Schade, wenn man bedenkt, dass Regisseur Andy Fickman einst mit "Kifferwahn" durchaus subversives Potential hatte.

Anke Sterneborg

Im Bild: Joshua Rush als Turner Simmons (links) und Billy Crystal als Artie Decker

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"The Crime"

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Quelle: Universum Film

"The Crime" von Nick Love ist ein wunderbar aufregender Action -Thriller, großartig in der Kamera und vor allem im Schnitt, der ausgetüftelte Überfälle, die sie mit unerhörtem Ernst verfolgen und die Polizeieinsätze, die sie vereiteln sollen, ineinander verschachtelt - immer aus Sicht der Ermittler, denn im Zentrum stehen Ray Winstone und sein hartes Cop-Team.

Susan Vahabzadeh

Die ausführliche SZ-Kinorezension lesen Sie hier

Im Bild: Ray Winstone als Jack Regan (links) und Ben Drew als George Carter

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Drachenmädchen"

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Quelle: Polyband

Medizin gegen Aussteiger-Träume: Eine Dokumentation über Chinas größte Kung-Fu-Schule, die den Kampfkunst-Mythos beiseite lässt und stattdessen Menschen und Arbeit zeigt. Inigo Westermeiers Film nimmt drei Mädchen aus der ungeheuren Menge der Zöglinge des Sportinternats heraus, begleitet sie durch hartes Training und adoleszente Einsamkeit und vergisst nicht, die unterschiedlichsten Beweggründe für ein Leben unter dem Drill des Shaolin Kung Fu zu ergründen.

Doris Kuhn

Im Bild: Xin Chenx

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Get the Gringo"

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Quelle: SZ

"I'm gonna enjoy what's left of the summer", sagt Mel Gibson am Ende. In Adrian Grunbergs Film rennt er in einem mexikanischen Knastviertel dem Geld von einem Coup hinterher und muss, mit vollen Körpereinsatz, lakonischem Witz und ohne digitale Sperenzchen einen Jungen vor dem Organraub retten. Nimm mit, was du kannst, Mel: Geld und gute Taten. Dein Sommer neigt sich.

Philipp Stadelmaier

Im Bild: Mel Gibson als Driver

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Gold - Du kannst mehr als du denkst"

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Quelle: Parapictures Film Productions

Keine Beine ist auch keine Ausrede: Michael Hammon erzählt in seinem Dokumentarfilm von drei körperlich behinderten Spitzensportlern und ihren Vorbereitungen auf die Paralympics 2012 in London. Der Sport gibt den behinderten Athleten Selbstbewusstsein - so werden aus Tragödien Erfolgsstorys.

Martina Knoben

Die ausführliche SZ-Kinorezension finden Sie hier

Im Bild: Der blinde Marathonläufer Henry Wanyoike und sein Guide Joseph Kibunja

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Hänsel und Gretel: Hexenjäger"

Kinostarts - 'Hänsel und Gretel: Hexenjäger'

Quelle: dpa

Der Märchenwald ist seinen romantischen Zauber los, die Hexenjagd ist ein Job für gut gerüstete Experten. Ein toller Start für Tommy Wirkolas Film, und Jeremy Renner & Gemma Arterton glänzen hawksianisch in den Titelrollen. Professionalismus ist sexy. Leider gewinnt gegen Ende doch aufgeblasener Hexenspuk die Oberhand.

Fritz Göttler

Im Bild: Jeremy Renner als Hänsel und Gemma Arterton als Gretel

7 / 10

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Hyde Park am Hudson"

Kinostarts - ´Hyde Park am Hudson"

Quelle: dpa

Als Charmeur und Schwerenöter kommt er daher, Franklin Delano Roosevelt, der 32. Präsident der USA, verkörpert von Bill Murray. Frauen sind um ihn, er hat - politisch, menschlich, sexuell - alles im Griff. Auch die entfernte Cousine Daisy lässt er holen, nach Hyde Park am Hudson, in seine Sommerresidenz. Sie hilft, als der englische König zum Hotdog-Essen vorbeikommt. Regisseur Roger Michell inszeniert ein heiteres, lichtdurchflutetes Gegenstück zu Spielbergs strengem, ein wenig oberlehrerhaftem "Lincoln".

Fritz Göttler

Die ausführliche SZ-Kinorezension lesen Sie hier

Im Bild: Olivia Colman als Queen Elizabeth und Samuel West als King George VI.

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Invasion"

"Invasion" mit Burghart Klaußner

Quelle: Neue Visionen

Nach dem Verlust von Frau und Sohn isoliert sich Josef (Burghart Klaußner) auf seinem Landschloss. Nach und nach nistet sich dort nun die dubiose Familie einer verwandten Schauspielerin ein, bis schließlich die Gewalt eskaliert. In Dito Tsintsadzes Thriller bekommt das Phantasma des Vereinsamten die Objektivität einer Invasion, klar und unpathologisch wie das kristalline Winterlicht.

Philipp Stadelmaier

Die ausführliche SZ-Kinorezension lesen Sie hier

Im Bild: Heike Trinker als Nina und Burghart Klaußner als Josef

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Sightseers"

Kinostarts - 'Sightseers'

Quelle: dpa

Zwei Menschen finden zusammen - das ist immer wieder toll. Hier sind es Tina und Chris, geschrieben und gespielt vom britische Komikerduo Alice Lowe und Steve Oram. Beide schon Mitte dreißig, mit Stammplätzen auf der Verliererseite des Lebens, Vollprofis im Wegstecken grotesker Erniedrigungen, nun aber restlos entschlossen zum egal wie kleinen Glück. Eine Campingtour mit Wohnwagen in den Norden Englands steht an, die dann beiläufig groteske Formen annimmt, als die Befreiungsimpulse der beiden mörderisch werden. Regisseur Ben Wheatley gelingt ein faszinierender Mix aus Sozialbeobachtung und Serienkiller-Kino.

Tobias Kniebe

Die ausführliche Video-Rezension zum Film sehen Sie hier

Im Bild: Alice Lowe als Tina und Steve Oram als Chris

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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"3096 Tage"

Kinostarts - '3096 Tage'

Quelle: dpa

Als Zehnjährige wurde sie entführt, war acht Jahre in einem winzigen Verlies gefangen. Sherry Hormann hat die Leidensgeschichte der Natascha Kampusch verfilmt, findet aber keinen richtigen Standpunkt, mit dem Wahnsinn dieses Verbrechens umzugehen.

Martina Knoben

Im Bild: Antonia Campbell-Hughes als Natascha Kampusch und Thure Lindhardt als Wolfgang Priklopil

© SZ vom 28.02.2012/cast
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