Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:Exzentrische Liebe

Diese Woche stellen zwei ganz große Regisseure Filme vor. Tim Burton zeigt ein Meisterstück in 3-D, Steven Spielberg läuft mit "Lincoln" zur Hochform auf. Dazu: Filme über gleichgeschlechtliche Liebe in Israel und nördlich von Berlin. Welche Filme diese Woche den Kinobesuch lohnen - und welche nicht.

Von den SZ-Kritikern.

1 / 9

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Blank City"

-

Quelle: Rapid Eye Movies HE GmbH

Die Filmstarts vom 24. Januar auf einen Blick - bewertet von den SZ-Kritikern. Rezensionen ausgewählter Filme.

Lower East Side Ende der 70er Jahre: Abrissviertel und Brutstätte einer neuen Generation von Indepedentfilmern und Avantgardekünstlern: Jim Jarmusch, Amos Poe, Steve Buscemi, Debbie Harry. "No Wave" wurde die Bewegung getauft, aber Céline Danhiers Dokumentation zeichnet ihre Wellenform präzise nach. Mit einer begeisternden Fülle von Filmzitaten, Archivaufnahmen (frühe Auftritte von Talking Heads und Ramones) und Interviews.

Rainer Gansera

2 / 9

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Flight"

Kinostarts - 'Flight'

Quelle: dpa

Denzel Washington ist high. Alkohol, Koks, jede Menge. In der Früh schon, wenn er zum Dienst muss, zum Flug nach Atlanta. Er ist Pilot. Die Maschine stürzt ab, mit einem unglaublichen Manöver rettet er die meisten Menschen an Bord. Eine Untersuchung droht. Robert Zemeckis ist mit diesem Film zurück aus der Fantasy-Welt, lustvoll erforscht er die Grenze zwischen Bekifftheit und Ingenium.

Fritz Göttler

Im Bild: Bruce Greenwood als Charlie Anderson (links) und Denzel Washington als Whip Whitaker

3 / 9

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Frankenweenie"

"Frankenweenie" im Kino

Quelle: Disney

Der exzentrische Junge Victor Frankenstein erweckt seinen überfahrenen Hund mit komplizierten Apparaturen und Gewitter-Energie zu neuem Leben: 1984 befand Disney den Stoff des jungen Tim Burton nach Sichtung seines Life-Action-Kurzfilms für zu düster. Nach seinem Alice in Wonderland-Erfolg ließ sich das Studio nun doch auf das Abenteuer eines Stopmotion-Animationsfilms in schwarzweiß und 3D ein, eine phantasiestrotzende Hommage an Mad-Scientist- und Monsterhorrorfilme wie Frankenstein, Godzilla oder Die Gremlins.

Anke Sterneborg

Die ausführliche SZ-Kinorezension lesen Sie hier

Im Bild: Viktor Frankenstein und sein Hund Sparky

4 / 9

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Frauensee"

-

Quelle: Salzgeber & Co. Medien GmbH

Vier Frauen - zwei lesbische Paare - verbringen ein Wochenende zusammen an einem der Seen nördlich von Berlin. Es kriselt und knistert im Quartett: Die eine will endlich Sicherheit in ihrer Beziehung, die andere sich lieber alles offen halten, da flirtet die dritte heftig mit der Geliebten ihrer Gastgeberin. Ein Beziehungs- und ein Naturfilm des Österreichers Zoltan Paul, sommerlich-luftig, mit schönen Landschaftsbildern.

Martina Knoben

Im Bild: Therese Hämer als Kirsten und Constanze Waechter als Olivia

5 / 9

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Gangster Squad"

sz extra 24.1.

Quelle: Wilson Webb

Man könnte es James-Ellroy-Land nennen - das mythisch brutalisierte Los Angeles Ende der vierziger Jahre, wo es von Mobstern, Movie-Dolls und quadratkinnigen Cops nur so wimmelt. Kann man aus diesen Abziehbildern noch etwas Neues rausholen? Warum nicht, dachten sich Großkaliber wie Sean Penn, Ryan Gosling, Emma Stone und Regisseur Ruben Fleischer. Und haben dann doch nur einen besonders quadratkinnigen Gewalt-Comic zustande gebracht, der nach den Kino-Shooting von Aurora noch mal gestoppt und entschärft werden musste. Humor fehlt hier leider gänzlich, dafür gibt's reichlich faschistoide Rhetorik. Na prima.

Tobias Kniebe

Die Videorezension "Zoom - die Kinopremiere" sehen Sie hier

Im Bild: Emma Stone als Grace Faraday und Ryan Gosling als Jerry Wooters

6 / 9

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Lincoln"

Kinostarts - 'Lincoln'

Quelle: dpa

Steven Spielberg ist wieder zu Hochform aufgelaufen mit seinem "Lincoln" - bewegend hat er so einer Sternstunde der Demokratie zu ihrem filmischen Denkmal verholfen: Präsident Abraham Lincoln (Daniel Day-Lewis) und der Abolitionist Thaddeus Stevens (Tommy Lee Jones) raufen sich zusammen und boxen 1865 die Abschaffung der Sklaverei durch den Kongress.

Susan Vahabzadeh

Die ausführliche SZ-Kinorezension lesen Sie hier

Im Bild: Daniel Day Lewis (rechts) als Präsident Abraham Lincoln und Sally Field als Mary Todd Lincoln

7 / 9

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Movie 43"

Kinostarts - 'Movie 43'

Quelle: dpa

Hollywood feiert Karneval: Hugh Jackman, Naomi Watts, Halle Berry, Kate Winslet, Richard Gere etc. dürfen in dieser Sketchsammlung mit Nonsens-Anarchohumor (inszeniert unter anderen von Peter Farelly) die Sau rauslassen. Sex, Demütigung und Kot werden immer neu arrangiert. Teilweise sehr platt, teilweise sehr komisch und so unansehnlich widerlich, dass der Starfilm durch schiere Ungenießbarkeit exorziert wird. Pasolinis "Saló" ist trotzdem besser.

Philipp Stadelmaier

8 / 9

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Quartett"

Kinostarts - 'Quartett'

Quelle: dpa

Ein spätes Regiedebüt gibt Dustin Hoffman mit seinem "Quartett" - es ist eine Komödie der leisen Töne daraus geworden, obwohl seine Protagonisten allesamt recht stimmgewaltig sind. Dame Maggie Smith muss als pensionierte Operndiva in ein Altenheim für Musiker ziehen. Für ihre Starallüren ist dort leider kein Platz, aber dafür trifft sie dort auf allerlei alte Bekannte, unter anderem ihren Ex-Mann.

Susan Vahabzadeh

Im Bild: Maggie Smith als Jean Horton

9 / 9

Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:"Yossi"

-

Quelle: © PRO-FUN MEDIA

Er ruht in sich, Yossi, Kardiologe. Stagnation, Starre, auch nach dem Dienst trägt er das Krankenhausgrün. Festgezurrt in seinen Erinnerungen, an die große Liebe, Jagger, getötet bei einem Einsatz an der israelisch-libanesischen Grenze. Vor zehn Jahren. "Yossi und Jagger" waren ein Paar, im Film von Eytan Fox. Nun, im neuen Film, muss Yossi raus. In Jaggers Jugendzimmer: ein Plakat, eine Palme, tiefe Wolken, ein Kahn. Yossi fährt los, nach Eilat. Sand, Meer, ein neuer Mann.

Fritz Göttler

Im Bild: Oz Zehavi als Tom

© SZ vom 24.01.2013/jufw
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB