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Kurzkritiken zu den Kinostarts der Woche:Entschlossene Frauen und wilde Monster

In "Liebe im Gepäck" ist eine Flugbegleiterin krampfhaft auf der Suche nach einem Date, Nicole Kidman zeigt sich charmant in "Grace of Monaco" und im neuen "Godzilla" gibt es mehr als nur ein Monster zu sehen. Für welche Filme sich der Kinobesuch lohnt - und für welche nicht.

Von den SZ-Kinokritikern

8 Bilder

Fascination India 3D

Quelle: Busch Media Group

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In "Liebe im Gepäck" ist eine Flugbegleiterin krampfhaft auf der Suche nach einem Date, Nicole Kidman zeigt sich charmant in "Grace of Monaco" und im neuen "Godzilla" gibt es mehr als nur ein Monster zu sehen. Für welche Filme sich der Kinobesuch lohnt - und für welche nicht.

Fascination India 3D

3D-Dokumentationen erschöpfen sich gerne in Werbeästhetik. Oder im Exotismus. "Fascinating India 3D" von Simon Busch macht da keine große, aber zumindest eine Ausnahme. Die ersten Eindrücke - bunte Bilder von Sehenswürdigkeiten, unterlegt mit sphärischen Klängen und ein Kommentar, so einlullend wie von einer Yoga-CD - werden durch die tolle Kameraarbeit wieder wettgemacht. Und am Ende ist man tatsächlich ganz nah dran am größten hinduistischen Fest der Welt, der Kumbh Mela.

Anna Mayrhauser

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Quelle: AP

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Godzilla

Godzilla, groß und unbesiegbar wie nie, kämpft gegen zwei andere Titanen. Der ohnmächtige Mensch bleibt Zuschauer von etwas, was ihn ebenso fasziniert wie unendlich überragt. Die Interesselosigkeit der Figuren rund um Aaron Taylor-Johnson und Bryan Cranston findet darin ihren Sinn: Die einzigen Protagonisten von Gareth Edwards grandiosem Film sind die Monster - also die von monströsen Computern produzierten Bilder.

Neu im Kino: "Godzilla" vorgestellt per Video.

Eine ausführliche SZ-Rezension lesen Sie hier.

Philipp Stadelmaier

Nicole Kidman in "Grace of Monaco"

Quelle: dpa

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Grace of Monaco

Nicole Kidman hat als "Grace of Monaco" das Festival von Cannes eröffnet - trotz der Proteste der monegassischen Fürstenfamilie, die klagt, der Film weiche zu stark von der Wirklichkeit ab. Gab es wirklich harten Streit zwischen Grace Kelly und Fürst Rainier um ihre geplante Rückkehr ins Filmgeschäft? Und hat sie wirklich Charles De Gaulle in eine charmante Falle gelockt, um das Fürstentum vor dem Zugriff Frankreichs zu schützen? Nicht ganz, aber das ist auch nicht schlimm.

Neu im Kino: "Grace of Monaco" vorgestellt per Video.

Eine ausführliche SZ-Kinorezension lesen Sie hier.

Tobias Kniebe

Im Bild: Nicole Kidman als Grace Kelly.

Kinostarts - 'Im Namen des...'

Quelle: dpa

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Im Namen des ...

Er schaut gut aus, der Jesuitenpater Adam, männlich und sensibel, verkörpert vom polnischen Star Andrzej Chyra, er kommt nah ran an die schwer erziehbaren Jungs in dem Heim auf dem Land, kleinen rebels without a cause ... Małgorzata Szumowska filmt die Gemeinschaft in melancholischen, dichten Bildern, manchmal von oben, so weit, dass die Bodennebel zwischen Kamera und den Boden schlieren - der Gottesblick? Es geht um Toleranz und Freundschaft, die Sehnsucht nach Nähe und Berührung, die Fatalitäten der Liebe, Pädophilie und Homosexualität, die Vereinigung des Körperlichen mit dem Spirituellen. Wenn Adam durch die Wiesen und Felder joggt, ist das wie Beten.

Fritz Göttler

Im Bild: Andrzej Chyra als Pater Adam (links) und Mateusz Kosciukiewicz als Lukasz.

Liebe im Gepäck

Quelle: Twentieth Century Fox France

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Liebe im Gepäck

Eine Frau in unerhörter Hetze, die Flugbegleiterin Montana Moore. Sie sucht einen Mann, weil sie nicht solo auf die Hochzeit ihrer jüngeren Schwester will, und tut das ausgerechnet unter ihren Ex-Liebhabern, will diesen "zufällig" über den Weg laufen, wenn sie mal auf einem ihrer Flüge sind. Eine afroamerikanische Variante der sophisticated comedy, eher mühsam inszeniert vom erfolgreichen Theatermann David E. Talbert. Paula Pattons Wangen künden von einer bezaubernden Naivität, und der gute alte Ned Beatty taucht als wuchtiger Politstrippenzieher auf.

Fritz Göttler

Im Bild: Paula Patton als Montana Moore.

Kinostarts - 'Stereo'

Quelle: dpa

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Stereo

So liebevoll wie das Motorrad, das über die Landstrasse knattert, wird nichts und niemand sonst in Szene gesetzt. Vor idyllischer Provinzkulisse mit Motorradwerkstatt, Mutter und Kind gelingt Maximilian Erlenwein anfangs suggestiver Psycho-Thrill und hübscher Nervenkitzel. Bis das Schizo-Duo (Jürgen Vogel, Moritz Bleibtreu) in einem Strudel aus Wahn, Trauma und Macho-Pose zur unfreiwilligen Genre-Parodie mutiert.

Neu im Kino: "Stereo" vorgestellt per Video.

Rainer Gansera

Im Bild: Moritz Bleibtreu als Henry und Jürgen Vogel als Erik.

Watermark

Quelle: Senator Filmverleih

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Watermark

Ohne Wasser kein Leben, dies illustrieren der Fotograf Edward Burtynsky und Jennifer Baichwal in ihrem bildgewaltigen Dokumentarfilm. Außerdem zeigen sie die Zerstörung, die der Mensch anrichtet, wenn er in den Wasserkreislauf eingreift. Es sind bewegte Fotografien, die wir sehen: Burtynsky hat zum selben Thema einen Bildband kreiert, dessen Entstehung der Film in einigen Alibi-Sequenzen dokumentiert. Solche majestätischen, mahnenden Bilder darf man aber auch ohne Alibi gern zweimal zeigen.

Martina Knoben

Die Wirklichkeit kommt

Quelle: Real Fiction

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Die Wirklichkeit kommt

Martina Knoben: Wanzen im Gehirn, Folter durch Mikrowellenstrahlung oder die Überwachung durch Drohnen, die Vögeln gleichen, darum geht es in Niels Bolbrinkers Dokumentarfilm. Es sind Psychotiker, die ihm von solcherart Überwachung berichten, Bolbrinker versucht diese Ängste abzugleichen mit der Realität. Und er wird fündig, auf Waffenmessen und in diversen Forschungsabteilungen. Gespenstisch, was schließlich alles möglich erscheint! Manchmal sind Paranoiker die besseren Realisten.

Martina Knoben

© SZ.de/nema
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