Kurzkritiken zu den Kinostarts der WocheEinmal auf alles draufgeprügelt

Die Neonazi-Farce "Heil" witzelt wenig originell über Nazis und ihre Gegner. In "Tokyo Tribe" kämpfen rappende Gangs im Tokyo der Zukunft - ein aberwitzig skurriles Hip-Hop-Musical. Für welche Filme sich der Kinobesuch lohnt - und für welche nicht.

Am grünen Rand der Welt

Bauer sucht Bäuerin, auf höchstem literarischen Niveau. Nach dem Roman von Thomas Hardy, angesiedelt in Wessex, seiner imaginären, liebevoll ausgemalten englischen Provinz. Carey Mulligan, einst protegiert vom "Driver" Ryan Gosling, ist nun die herrische Bathsheba Everdene, Matthias Schoenaerts der selbstbewusste Landmann Gabriel. Die Liebe operiert rustikal und sophisticated zugleich in diesem Film, und hübsch umständlich, zwischen Säbelrasseln und tödlichen Schafsblähungen. Thomas Vinterberg nimmt die Liebe ernst, bis es schmerzt, in einer Gesellschaft, die ausgerechnet vom Absurden und Perversen gekittet wird. Von Fritz Göttler

Bild: dpa 16. Juli 2015, 08:232015-07-16 08:23:22 © SZ.de/klf/aper