Kurzkritik Mutmacher

Masta Ace stellt im Strom sein Album "A Breukelen Story" vor

Von Jürgen Moises

Keine Reue. No Regrets. Als Masta Ace im Jahr 2001 diesen Song schrieb, hatte er kurz zuvor die Diagnose Multiple Sklerose erhalten. Wenn seine Karriere nun zu Ende sein sollte, und das ohne Platin oder Gold, so heißt es im Text, dann würde er auf keinen Fall etwas bereuen. Auch wenn er von nun an in einem Einkaufszentrum arbeiten müsste. Dazu ist es nicht gekommen. Stattdessen steht der Hip-Hopper aus Brooklyn, der seine Karriere Mitte der Achtzigerjahre als Mitglied der Juice Crew begann und von Größen wie Eminem als Vorbild genannt wird, im gut besuchten Strom auf der Bühne und rappt "No Regrets" ohne Musik. Außerdem erzählt er, dass er sich damals fürs Kämpfen entschieden und danach seine besten Alben veröffentlicht hat.

Tatsächlich gelten Werke wie "Disposable Arts" (2001) und "A Long Hot Summer" (2004) zumindest in Amerika als Hip-Hop-Klassiker. Und vielleicht wird man das auch mal über das neue Album "A Breukelen Story" sagen, das mit seinem Oldschool-Boom-Bap-Style wirklich recht klassisch klingt und das Masta Ace mit seinem Produzenten Marco Polo im Strom vorstellen sollte. Dieser konnte wegen seines kranken Vaters aber nicht auf Tour, weswegen ihn DJ Loasteeze vertritt. Außerdem steht Masta Ace mit dem Rapper Stricklin ein alter Weggefährte zur Seite.

Nachdem die Münchner Hip-Hop-Combo Diaspora gut vorgeheizt hat, werden die Drei euphorisch empfangen. Weil sie eine energiegeladene Show liefern, reißt die hervorragende Stimmung eineinhalb Stunden nicht ab. Mit "F.A.Y" zeigen sie zunächst der Musikindustrie den Mittelfinger, in "Breukelen" ehrt Masta Ace seine Heimat Brooklyn und im großartigen "Fight Song" erklärt er, Mut machend für andere, erneut seiner Krankheit den Kampf. Mit Songs wie "The I.N.C. Ride" geht es auf Zeitreise in die Neunziger. Am Schluss wird mit "Good Ol Love" die wahre, weltweite Hip-Hop-Kultur gefeiert, die nicht auf Hass oder Ruhm beruht, sondern auf Liebe und Respekt.